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Leistungstest unterwegs - Nützlich oder überflüssig? Ein Gespräch mit Utz Brenner

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Laktatmessungen sind im Ausdauersport schon lange ein probates Mittel zur Bestimmung des Trainingsfortschritts und zur Planung der Trainingsphasen und Belastungen. Den Gang ins sportwissenschaftliche Labor und die Blutentnahme am Ohr kennen auch viel Hobbytriathleten.

Die Professionalisierung des Sports auf allen Leistungsleveln verlangt aber nach immer präziserer Trainingssteuerung und so lässt sich aktuell der Trend zur Messung "unterwegs" erkennen. Bei manchen Spitzenathleten werden an einem einzigen Tag im Trainingslager bis zu 10 Laktatmessungen durchgeführt. Wir haben uns mit Utz Brenner über das Thema unterhalten. Utz hat in seiner Karriere schon viele Profi-Athletinnen zu Erfolgen geführt und ist seit Jahren als sportlicher Leiter in HHT-Camps aktiv.

 

Hallo Utz, warum messen Athleten und Trainer während der Belastung überhaupt die Laktatkonzentration im Blut?

Utz Brenner: Laktat* ist, ohne großen Aufwand, einfach und überall zu erfassen und mittlerweile liefert das Laktat, in Verbindung mit einer Auswertungs-Software, stabile Ergebnisse, die den Trainer bei der Trainingssteuerung unterstützen. Daraus lassen sich Trainingsbereiche festlegen, sodass Trainer und Athlet genau wissen "wie hart" sie wann trainieren müssen um das jeweilige Trainingsziel zu erreichen.

Du sagst das es "ohne großen Aufwand" geht. Was wird denn benötigt?

UB: Der Coach benötigt ein Laktat-Messgerät und die notwendigen Utensilien wie Teststreifen und Latex-Einmal-Handschuhe. Dazu ein definiertes Ablauf-Protokoll und eine Auswertungs-Software. Dann kann er direkt mit deAthleten, "überall" loslegen. Es ist nicht mehr zwangsläufig notwendig in ein Labor zur Leistungsdiagnostik zu fahren.

Was können Trainer und Athleten mit den Zahlen anfangen? Gibt es neben dem Laktat andere relevante Werte?

UB: Es gibt natürlich noch weitere interessante, wichtige Werte - denken wir zum Beispiel an ein Blutbilddiese lassen sich nicht über das Laktat ermittelnLaktat ist eine Basis, um für unsere Trainingssteuerung wichtige Parameter wie die maximale Sauerstoffaufnahme, die Laktatbildungsrate, Energiestoffwechsel etc. zu ermitteln. 

Was gilt es zu beachten, damit die Werte aussagekräftig sind?

UB: Wichtig ist, dass ein fester Ablauf definiert ist und professionell gearbeitet wird. Nur dann bekommt man gute, relevante Daten! Es sollten nur Werte verglichen werden die unter den selben Bedingungen erhoben worden sind. Das heißt der Athlet sollte beispielsweise den selben Erholungszustand haben und der Test dem selben Protokoll folgen. Die Belastungszeiten und die jeweilige Streckenwahl sind da sehr genau zu bedenken! Auch die äußeren Bedingungen wie Tageszeit und Wetter spielen bei Tests unterwegs eine Rolle.

Gibt es Unterschiede zwischen Profi- und Amateurathleten bei der Messung und Auswertung? 

UB: Wenn ein Amateur es nur einmal pro Jahr zum Sportarzt schafft, dann empfehle ich grundsätzlich zunächst eine kardiologische Untersuchung. Gesundheit steht schließlich über allem! Die erhaltenen Daten einer Laktatmessung sagen sehr viel über den Trainingszustand aus. Daraus lassen sich die Trainingsziele für die nächsten Wochen ableitenDabei gibt es keinen Unterschied zwischen Profi- und Altersklassenathleten. Weil aber die Profiihr Gehalt mit unserem Sport verdienen, ist es für sie unabdingbar die Parameter zu kennen um das Training zielgerichtet zu steuern. Bei uns AK-Athleten würde ich immer den Spaß, Training mit Freunden und die Familie an erste Stelle setzen. Daher muss sich jeder selbst fragen, ob er den Aufwand regelmäßiger Messungen betreiben möchte, oder nicht.

Welche Kosten sind damit verbunden?

UB: Für uns Trainer sind zum Start Kosten in Höhe von ca. 500 Euro notwendig (u.a. Laktat-Mess-Gerät) und für die Athleten bewegt man sich pro Leistungsdiagnostik bei ca. 150-180 Euro.

Wo liegen die Vorteile für dich als Trainer?

UB: Der große Vorteil ist sicherlich, dass du nach einem Trainingsblock mit klarem Trainingsziel dies flexibel, zu jeder sinnvollen Zeit, durchführen kannst. Darüber hinaus kann die Leistungsdiagnostik auch im Trainingslager/Ausland zu jeder Zeit eingeplant werden. Es erleichtert die Arbeit, mit dem Athleten ungemein.

Wie sind deine persönliche Erfahrungen mit mobiler Laktatkmessung?

UB: Die interessanteste Erkenntnis war, dass die Leistungsdiagnostik "normaler" wurde. Wenn wir früher zwei bis dreimal im Jahr eine herkömmliche Leistungsdiagnostik durchgeführt haben, war beim Athleten doch immer eine starke Anspannung zu spüren. Durch die Gewöhnung entfällt diese Anspannung, was ein zusätzlicher positiver Faktor ist!

Ausblick: Werden wir in Zukunft mehr mobile Laktatmessungen erleben?

UB: Es handelt sich auch bei dieser Methodik um eine Leistungsdiagnostik. Der große Vorteil ist, dass die Athleten nicht in ein Labor muss, den Test unter wettkampfnahen Bedingungen und "vor der Haustür" durchführen kannst. Der Trend ist eindeutig, immer mehr Trainer nutzen dieses für ihre Athleten.

*Kurz-Erklärung zu Laktat: Wenn Du im anaeroben, laktaziten Stoffwechsel bist, entsteht als Endprodukt Laktat.



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