Marlene Gomez-Göggel im Interview
- HHT Team

- vor 5 Tagen
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Manchmal sind es genau diese Geschichten, die bleiben. Nicht nur die Ergebnisse, nicht nur die großen Titel, sondern die Momente dazwischen. Die Wege dorthin, die Zweifel, die kleinen und großen Entscheidungen und vor allem die Menschen, die einen auf diesem Weg begleiten. Wenn man auf Marlenes sportliche Reise schaut, spürt man schnell, da steckt so viel mehr dahinter als Platzierungen und Podien. Es ist eine Geschichte von Leidenschaft, von Hingabe und von ganz vielen Augenblicken, in denen sich alles gefügt hat und genauso von Momenten, in denen es schwierig war.
Genau darüber wollten wir mit Marlene Gomez-Göggel sprechen. Über ihre Reise durch den Spitzensport, über besondere Rennen, prägende Erfahrungen und das, was man von außen oft nicht sieht. Über Druck, über Balance, über das richtige Umfeld und über die Frage, was am Ende wirklich bleibt, wenn ein Kapitel zu Ende geht und ein neues beginnt.

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Marlene, wenn man auf deine sportliche Reise schaut, dann spürt man sofort, wie viele Jahre voller Leidenschaft, Konsequenz und besonderer Momente darin stecken. Schon früh hast du in der Jugendklasse international auf dich aufmerksam gemacht, dir Schritt für Schritt deinen Weg nach oben erarbeitet und dich über viele Jahre hinweg auf der Sprint- und Kurzdistanz in der Weltspitze behauptet. Da waren Siege im Europacup, der EM-Titel im Cross-Triathlon, starke Rennen in der Elite-Klasse, dein Weltcupsieg 2021, der emotionale Heimsieg mit der Mixed Relay bei der Weltmeisterschaft, der Erfolg beim Allgäu Triathlon 2024 und viele weitere Podiums- und Top-Ten-Platzierungen. Aber hinter all diesen Ergebnissen stecken ja nicht nur Zahlen und Titel, sondern auch Geschichten, Gefühle und diese ganz besonderen Tage, an denen einfach alles zusammenkommt. Wenn du heute mit ein bisschen Abstand auf diese intensive Reise zurückblickst: Welcher Sieg oder welcher Rennmoment berührt dich bis heute am meisten? Welcher Augenblick ist dir so tief im Herzen geblieben, dass du ihn wahrscheinlich nie vergessen wirst und was macht genau diesen Moment für dich so besonders?
Das Rennen, das mir bis heute am stärksten im Gedächtnis geblieben ist, ist die Supersprint-WM 2022 in Hamburg. Die Saison war für mich bis zu diesem Zeitpunkt nicht ganz einfach. Mit Blick auf die Olympia-Qualifikation 2023 war bereits viel Druck spürbar. Stress, Erwartungen und auch die Frage, ob Planung und Training wirklich richtig ausgerichtet waren. Meine bisherigen Rennen waren solide, aber nicht auf dem Niveau, das ich mir erhofft hatte.
Vor der Supersprint-WM war ich im Höhentrainingslager und habe mich dort bewusst zurückgezogen, auch von Social Media. In dieser Zeit wurden meine Kanäle von jemand anderem betreut, sodass ich mich vollständig auf mich selbst konzentrieren konnte. Gleichzeitig hatte ich sehr gute Menschen um mich herum, die mir Sicherheit gegeben und mir gutgetan haben.
Das Rennen selbst lief sportlich sehr gut. Ich wurde Fünfte, und es war eines meiner besten Rennen. Noch wertvoller war für mich aber die Erkenntnis, was ich brauche, um selbstbewusst an der Startlinie zu stehen und zu spüren. Ich gehöre hierher. Ich habe verstanden, wie wichtig das richtige Umfeld ist. Menschen, die mir guttun, und die Fähigkeit, mich bewusst abzugrenzen, wenn mir bestimmte Einflüsse vor einem Rennen nicht guttun. Deshalb bleibt mir dieses Rennen so besonders in Erinnerung.
Mein Mann war dabei, Freunde waren vor Ort, andere haben das Rennen im Fernsehen verfolgt, und ich habe sehr viele positive Rückmeldungen bekommen. Insgesamt war es ein wunderschönes Erlebnis. Sportlich, emotional und persönlich. Vor allem habe ich daraus mitgenommen, was ich als Mensch brauche, um gut performen zu können.
Hinter all diesen Ergebnissen standen ja nicht nur Titel, Podien und starke Rennen, sondern auch die vielen unsichtbaren Seiten des Sports: harte Trainingsphasen, Reisen rund um den Globus, Rückschläge, Zweifel, Erwartungshaltungen und diese Momente, in denen man lernen muss, mit Druck umzugehen. Gerade von außen wirkt vieles oft leicht, aber der eigentliche Weg dahin ist meistens viel vielschichtiger. Wie war das bei dir? Warst du jemand, der mental schon immer eine besondere Stärke in sich getragen hat, oder war das etwas, das sich über die Jahre entwickeln musste? Und wer oder was hat dir in diesen intensiven Phasen geholfen, bei dir zu bleiben und immer wieder die Balance zu finden?
Eine Person, die mich immer unterstützt hat und ohne die ich wahrscheinlich nicht im Spitzensport gelandet wäre, ist mein Mann, der zugleich auch mein Trainer war. Wir waren bereits ein Paar, bevor er nach meinem Auslandsstudium mein Training übernommen hat. Ursprünglich war das eher als Übergangslösung gedacht, doch es hat sehr gut funktioniert. Bis heute schätze ich sehr, dass er Situationen für mich immer klar einordnen konnte.
Als Sportlerin ist es oft schwierig, die sportliche Leistung von der eigenen Persönlichkeit zu trennen. Deshalb war es für mich unglaublich wichtig, jemanden an meiner Seite zu haben, der mir gespiegelt hat:
„Wir sind auf dem richtigen Weg und ein schlechtes Rennen ist kein Weltuntergang.“
Spitzensport hat auch viele Schattenseiten. Vielen ist nicht bewusst, wie viel Druck damit verbunden ist. Man steht in der Öffentlichkeit, tritt gegen andere an, erscheint in Ergebnislisten – und die eigene Leistung ist für alle sichtbar und bewertbar. Das macht verletzlich, besonders wenn es sportlich nicht gut läuft, man verletzt ist oder vor großen Ereignissen wie den Olympischen Spielen besonders viel auf dem Spiel steht.
In solchen Momenten stellt man sich auch grundsätzliche Fragen. Wie gehe ich mit Druck um? Was für ein Mensch möchte ich sein? Und kann ich mir am Ende noch selbst in die Augen schauen und sagen, dass ich mir sportlich und menschlich treu geblieben bin. Auch wenn ich ein Ziel vielleicht nicht erreicht habe?
Dabei haben mich mein Mann und meine Familie immer sehr unterstützt. Genauso wichtig waren aber auch Freundinnen, die keinen direkten Bezug zu meinem Sport hatten. Bei ihnen konnte ich einfach Marlene sein – nicht nur Sportlerin – und über ganz andere Dinge sprechen.
Mit der Zeit entwickelt man natürlich auch Strategien, um mit Drucksituationen vor Rennen besser umzugehen. Gerade wenn es um Punkte, Preisgeld, Rankings oder Startplätze in der WTCS geht, kann der Stress sehr groß werden. Innerhalb einer Nation dürfen nur begrenzt viele Athletinnen und Athleten starten, entsprechend hart umkämpft waren diese Plätze teilweise.
Mir haben in solchen Situationen einfache Routinen geholfen. Zum Beispiel schöne Cafés in der Nähe des Race Venues herauszusuchen und am Tag vor dem Rennen mit Menschen Kaffee trinken zu gehen, mit denen ich gerne zusammen bin. Außerdem hatte ich immer ein Buch dabei, um mich gedanklich etwas aus der angespannten Rennatmosphäre herauszunehmen.
Ich glaube, am Ende entwickelt jede Sportlerin und jeder Sportler eigene Strategien, um mit solchen Situationen gut umgehen zu können.

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Der Triathlon hat dir ja nicht nur Erfolge geschenkt, sondern auch die Chance, die Welt auf eine ganz besondere Weise zu erleben. Du warst an so vielen Orten unterwegs, hast unterschiedlichste Länder, Menschen und Stimmungen kennengelernt. Mal im Wettkampfmodus, mal im Trainingslager, mal vielleicht auch mit diesem kurzen Gefühl von Freiheit zwischen zwei intensiven Phasen. Gibt es einen Ort auf dieser Welt, bei dem du sofort sagst: Dort hat sich etwas besonders angefühlt, dort wäre ich am liebsten noch ein bisschen länger geblieben?
Ein großes Privileg im Spitzensport war für mich, die Welt bereisen und an besonderen Orten Wettkämpfe bestreiten zu dürfen. Zum Beispiel in Japan, Kanada oder 2019 in der Ukraine, wo ich in Dnipro bei einem Europa- beziehungsweise Conti Cup gestartet bin. Solche Erlebnisse bleiben natürlich besonders in Erinnerung.
Gleichzeitig ist dieses Reisen deutlich anstrengender, als es von außen oft wirkt. Man ist mit enorm viel Gepäck unterwegs. Radkoffer, großer Reisetasche, Rucksack und häufig zusätzlich mit einer Rolle, um auch an Wettkampforten trainieren zu können, an denen Radfahren draußen schwierig oder gefährlich ist. Dazu kommt, dass man die wichtigsten Wettkampfsachen im Handgepäck dabeihaben möchte und bei langen Reisen, etwa nach Japan, auch eigenes Essen. Deshalb kann man diese Reisen nicht immer uneingeschränkt genießen.
„Wenn man von Wettkampf zu Wettkampf unterwegs ist, ständig ein- und auspackt und viele Stunden im Flugzeug verbringt, ist das körperlich und mental belastend. Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, aber es gehört ehrlicherweise zur Realität des Spitzensports dazu.“
Besonders schön waren für mich die Trainingslager in Namibia, die ich dreimal über mehrere Wochen erleben durfte. Dort habe ich nicht nur eine andere Kultur und Lebensweise kennengelernt, sondern mich auch mit deutscher Geschichte und Kolonialgeschichte auseinandergesetzt und diese kritisch hinterfragt. Der Austausch mit Einheimischen hat mir gezeigt, wie unterschiedlich Alltag und Lebensrealitäten sein können. Das hat mich sehr geprägt und mir immer wieder bewusst gemacht, wie privilegiert ich selbst bin.
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Dein Sieg beim Allgäu Triathlon auf der Mitteldistanz kam für viele ja fast ein bisschen überraschend, weil man dich bis dahin vor allem von den kürzeren Strecken kannte. Umso spannender war es zu sehen, wie stark du auch auf dieser Distanz performt hast. Wie kam es eigentlich zu der Entscheidung, dich ausgerechnet dort einmal auf der Mitteldistanz auszuprobieren? War das schon länger ein Gedanke von dir oder eher etwas, das sich aus dem Moment heraus entwickelt hat?
Die Entscheidung fiel damals relativ kurzfristig beim WTCS-Rennen in Hamburg, wo das Thema an uns herangetragen wurde. Über den Radmechaniker, der uns dort betreut hat, konnten wir dann sehr schnell ein passendes Rad über ein Damen-Radsportteam organisieren. Ich saß vor dem Rennen vielleicht drei Mal darauf, wir haben noch ein wenig an der Position gearbeitet und dann ging es auch schon direkt ins Allgäu.
Es war also eine recht spontane Entscheidung. Gleichzeitig wollte ich einfach wissen, wie sich eine Mitteldistanz anfühlt. Das ist eine ganz andere Art von Rennen, auch vom Rennverlauf her. Ich war entsprechend aufgeregt, weil längere Distanzen ganz andere Anforderungen mit sich bringen. Einerseits ist es etwas entspannter, weil man stärker sein eigenes Rennen machen kann. Andererseits muss die Verpflegung sehr gut funktionieren, damit man bis zum Ende stabil durchkommt. Genau davor hatte ich am meisten Respekt: dass mir irgendwann die Energie ausgeht. Zum Glück habe ich das gut hinbekommen.

Wie hast du diesen Tag dann erlebt, vom ersten Gefühl vor dem Start bis zu dem Moment, als dir klar wurde, dass das heute etwas ganz Besonderes werden könnte? Und wo hat die Kuhgschelle vom Allgäu Triathlon heute ihren Platz gefunden?
Das Schwimmen war für mich eine sehr positive Erfahrung, weil es im Vergleich zu kürzeren Rennen deutlich ruhiger war. Danach 90 Kilometer weitgehend alleine auf dem Rad zu fahren, war ebenfalls neu für mich. Die erste Runde war sehr einsam, in der zweiten wurde es dann richtig schön, weil wir in andere Startgruppen hineingefahren sind. Besonders beeindruckt hat mich das Publikum.
„Selbst in kleineren Orten standen Menschen an der Strecke und haben uns trotz Regen großartig angefeuert.“
Die Kuhschelle steht heute auf meinem Bücherregal und hat dort einen ganz besonderen Platz bekommen. Man sieht sie direkt, wenn man in unsere Wohnung kommt. Sie hat aber nicht nur in unserer Wohnung, sondern auch in meinem Herzen einen besonderen Platz.
Rückblickend war der Allgäu-Triathlon eines meiner letzten Rennen. Es war auch das letzte Rennen, bei dem meine Eltern, mein Mann, mein Pudel und seine Hundefreundin dabei waren, also im Grunde die ganze Familie. Das berührt mich heute sehr, weil ich damals noch nicht wusste, dass es eines meiner letzten Rennen sein würde.
Umso schöner ist diese Erinnerung für mich. Es war ein sehr gutes Rennen, bei dem ich meine Stärken zeigen konnte, und gleichzeitig war meine Familie vor Ort. Dass man sich im Ziel gemeinsam in die Arme fallen kann, ist im Spitzensport nicht selbstverständlich. Vor allem, wenn man viel international unterwegs ist. Meine Eltern oder mein Bruder waren bei solchen Rennen nur selten dabei. Deshalb haben sowohl die Kuhschelle als auch der Allgäu-Triathlon einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.

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Nach deinem Erfolg im Allgäu hatten viele vermutlich das Gefühl, dass da gerade eine neue Tür aufgeht, vielleicht hin zur Mitteldistanz, vielleicht zu einem ganz neuen Abschnitt deiner sportlichen Reise. Genau deshalb kam dein Karriereende 2025 für viele so unerwartet. Was war am Ende der entscheidende Grund für diesen Schritt? Und wie hast du diesen Moment für dich erlebt, in dem aus einer möglichen neuen Richtung plötzlich die Entscheidung wurde, ein großes Kapitel ganz bewusst zu beenden?
Damals war für mich noch nicht ganz klar, wohin die Reise gehen würde. Das Jahr 2024 hatte durch die Olympischen Spiele eine enorme Dynamik. Ich war Ersatzathletin, und auch wenn ich nicht selbst bei Olympia gestartet bin, endete für uns alle ein kompletter olympischer Zyklus. Vier Jahre, in denen man sich akribisch vorbereitet, alles auf den Sport ausrichtet und sehr viel Energie, Leidenschaft und Disziplin investiert.
Diese Zeit war extrem intensiv. Familie, Freunde und das Leben außerhalb des Sports mussten stark zurückstehen. Nach der Saison habe ich deutlich gemerkt, dass diese Jahre Spuren hinterlassen haben. Ich war körperlich und mental erschöpft, und irgendwann war einfach die Luft raus.
Ich habe mich in Ulm so vorbereitet, als müsste ich jederzeit einspringen. Als Ersatzathletin trägt man eine große Verantwortung, denn im Ernstfall möchte man topfit an der Startlinie stehen. Auch das hat viel Kraft gekostet. Im Nachgang habe ich begonnen, vieles zu hinterfragen, auch begleitet von gesundheitlichen Problemen. Es war ein längerer Prozess, bis ich für mich erkannt habe, dass ich dieses Kapitel schließen möchte.
„Spitzensport ist gnadenlos. Er verzeiht keine Fehler und vor allem nicht, wenn man nicht mehr zu 100 Prozent dahintersteht.“
Genau das war für mich der entscheidende Punkt. Ich habe gemerkt, dass sich meine Einstellung verändert und dass ich nicht mehr die Kraft, Energie und Leidenschaft aufbringen kann, die es auf diesem Niveau braucht.
Deshalb habe ich viele Gespräche geführt, unter anderem mit dem Bundestrainer und den Leistungssportverantwortlichen. Am Ende kamen mehrere Faktoren zusammen, die zu meiner Entscheidung geführt haben. Für mich war wichtig, diese Tür bewusst und klar zu schließen, um das Kapitel wirklich abschließen und mich neu orientieren zu können.
Was würdest du jungen Athleten, rückblickend auf deine eigene Karriere, mit auf den Weg geben, die den Traum vom Profisport verwirklichen möchten? Welche Erfahrungen können ihnen dabei helfen, und worauf sollten sie aus mentaler wie körperlicher Sicht besonders achten?
Jungen Sportlerinnen und Sportlern würde ich mit auf den Weg geben, sich neben dem Sport auch andere Leidenschaften zu bewahren. Das halte ich für sehr wichtig. Wenn man den Weg in den Spitzensport oder Profisport geht, nimmt der Sport über eine gewisse Zeit fast den gesamten Raum im Leben ein. Umso wichtiger ist es, darauf vorbereitet zu sein, dass diese Phase irgendwann endet.
Die Zeit im Spitzensport ist, auf ein ganzes Leben gesehen, relativ kurz. Deshalb ist es wertvoll, auch andere Interessen zu entwickeln, ob sie bewusst erarbeitet werden oder sich einfach ergeben. Auch ein Studium kann dabei sehr hilfreich sein. Mir persönlich hat es geholfen, aus der Sportblase herauszudenken, und es hat mir später auch den Berufseinstieg erleichtert.
Außerdem würde ich jungen Athletinnen und Athleten raten, ihr sportliches Umfeld sehr bewusst auszuwählen. Es ist wichtig zu erkennen, wer einem guttut und welche Strukturen einen wirklich weiterbringen. Dazu gehört auch eine Trainer-Athleten-Beziehung auf Augenhöhe. Eine gute Trainerin oder ein guter Trainer sollte offen für Feedback sein, wissen wollen, wie sich Einheiten anfühlen, und nicht einfach nur einen Trainingsplan vorgeben.
Entscheidend ist, gemeinsam zu schauen, was die Athletin oder der Athlet wirklich braucht: Wo liegen die Stärken, wo die Schwachstellen, was ist aktuell leistbar? Auf dieser Grundlage kann man akribisch und individuell arbeiten, um Schritt für Schritt besser zu werden. Genau diese individuelle Begleitung macht für mich einen großen Unterschied.
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Du hast das Thema „neue Orientierung“ bereits angesprochen. Ist dieser Prozess für dich inzwischen abgeschlossen? Wie gestaltet sich dein Leben nach der aktiven Sportkarriere aktuell und welche beruflichen oder persönlichen Projekte stehen für dich jetzt im Mittelpunkt?
Ich glaube, dieser Prozess wird wahrscheinlich nie ganz abgeschlossen sein. Vielleicht dauert es noch ein oder zwei Jahre, bis man sich nicht mehr so stark über den Spitzensport identifiziert. Der Sport prägt die eigene Persönlichkeit sehr intensiv und gerade im Nachhinein merke ich, wie sehr mich diese Zeit fürs Leben geprägt hat.
Viele Eigenschaften, die man Sportlerinnen und Sportlern zuschreibt, stimmen tatsächlich.
„Auf ein Ziel hinarbeiten, nicht locker lassen, nach Rückschlägen wieder aufstehen, teamfähig sein und hart arbeiten können.“
Das sind Dinge, die der Spitzensport mit einem macht. Dieses Mindset nimmt man mit, auch in ein Leben und Berufsleben außerhalb des Sports.
Natürlich ist die Umstellung trotzdem groß. Ich habe heute einen Bürojob in einer Design- und Kreativagentur in Ulm. Dort arbeite ich in den Bereichen Konzeption, Strategie und Kommunikation, mit Schwerpunkten in Markenentwicklung, Markenstrategie und Text. Es ist ein ganz anderer Alltag. Ich sitze viel am Laptop, lerne aber jeden Tag neue Dinge. Genau das macht mir im Moment große Freude. Ich merke, wie ich routinierter werde, mich weiterentwickle und in neue Themen hineinwachse. Diese neue Herausforderung bereichert mein Leben aktuell sehr.
Liebe Marlene, vielen Dank für das schöne Interview und deine Offenheit. Es war richtig spannend, mehr über deinen Weg, deine Erfahrungen und deine Geschichte zu erfahren. Das gesamte Team von Hannes Hawaii Tours wünscht dir für alles, was jetzt kommt, beruflich wie privat nur das Beste. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja irgendwann in anderer Funktion wieder hier im Allgäu. Wir würden uns auf jeden Fall sehr freuen.

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