Caroline Pohle im Interview
- HHT Team

- vor 3 Tagen
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Vom Schwimmen in jungen Jahren über das Sportgymnasium, vom olympischen Traum bis zur bitteren Enttäuschung, vom Neuanfang auf der Mitteldistanz bis hin zu ganz großen Momenten auf internationaler Bühne.
Was Caros Geschichte so besonders macht, ist nicht nur, wie oft sie wieder aufgestanden ist. Sondern mit welcher Offenheit sie über all das spricht, was im Spitzensport oft hinter Zahlen, Platzierungen und Rennberichten verschwindet. Selbstzweifel, Druck, mentale Erschöpfung, körperliche Warnsignale. Aber eben auch Freude, Dankbarkeit, Freundschaft, Heimatgefühl und diese tiefe Liebe zur Bewegung.
2026 steht für Caro nun ein neues, aufregendes Kapitel an. Mit dem Langdistanz-Debüt bei der Challenge Roth und dem Heimrennen beim Ironman 70.3 Leipzig warten zwei echte Herzensrennen. Zwei Rennen, bei denen es nicht nur um Zeiten und Platzierungen geht, sondern um Emotionen, Mut und darum, wieder einmal etwas Neues zu wagen.
Wir haben mit Caroline Pohle über ihren sportlichen Ursprung gesprochen, über prägende Jahre im Schwimmen, über das Scheitern an Olympia, über den Durchbruch auf der Mitteldistanz, schwere Phasen, starke Comebacks und darüber, warum der Sport für sie bis heute so viel mehr ist als Leistung. Ein ehrliches Gespräch über große Ziele, kleine Zweifel, echte Dankbarkeit und über eine Athletin, die ihren Weg geht. Mit Herz, Haltung und ziemlich viel Bock auf alles, was kommt.

Foto: Rico Hoffmann
Caro, bei dir war der Sport ja nicht einfach nur ein Hobby, sondern von klein auf ein echter Lebensbegleiter. Du bist in einer Familie groß geworden, in der Leistungssport ganz selbstverständlich dazugehört, und vor allem dein Vater hat dich von Anfang an geprägt und unterstützt. Über das Schwimmen ging’s früh ans Sportgymnasium, mit viel Ehrgeiz, viel Disziplin und sicher auch einem hohen Anspruch an dich selbst. Wenn man so aufwächst, fragen sich viele: War das für dich immer stimmig oder gab es auch Momente, in denen du das Gefühl hattest, etwas vom „normalen“ Aufwachsen zu verpassen — Freunde, Partys, einfach mal treiben lassen?
Ehrlicherweise hatte ich nie das Gefühl, etwas zu verpassen oder keine normale Kindheit gehabt zu haben, ganz im Gegenteil. Für mich war es eine unglaublich schöne und prägende Zeit. Mein Alltag bestand aus Sport, viel Zeit draußen und vor allem aus Gemeinschaft mit meinen Freundinnen und Freunden.
Wir haben zusammen trainiert, zusammen gelitten, zusammen Erfolge gefeiert und dabei sehr viel Spaß gehabt. Ich bin damals auch deshalb so gerne zum Sport gegangen, weil meine Freunde dort waren. Es hat sich für mich nie wie eine Last angefühlt, sondern immer wie ein ganz natürlicher und wertvoller Teil meines Lebens. Erst heute, im Erwachsenenalter, wird mir manchmal bewusst, was wir in jungen Jahren schon geleistet haben. Rückblickend beeindruckt mich, wie strukturiert, organisiert, selbstständig und gewissenhaft wir bereits als Jugendliche waren. Mit welcher Selbstverständlichkeit wir diesen Alltag gemeistert haben.
Über Jahre hinweg bedeutete das, morgens früh das Haus verlassen, vor der Schule am Beckenrand stehen, trainieren, danach Unterricht, später Athletiktraining, abends noch einmal Schwimmen und anschließend Hausaufgaben. Diese Zeit hat mir enorm viel für mein Leben mitgegeben und mich sehr positiv geprägt. Der Sport hat uns als Gruppe unglaublich zusammengeschweißt. Wir haben gelernt, gemeinsam durch schwierige Phasen zu gehen, im Training an unsere Grenzen zu kommen und uns ehrlich füreinander zu freuen, wenn jemand eine Bestzeit geschwommen ist. Daraus sind echte Freundschaften fürs Leben entstanden.
Und natürlich hatten wir trotzdem auch eine ganz normale Jugend: Wir haben unsere Trainer ausgetrickst, sind später ins Bett gegangen als erlaubt, haben Abkürzungen gesucht und auch gefeiert. Gerade diese Mischung aus Disziplin, Gemeinschaft und Leichtigkeit hat diese Zeit für mich so besonders gemacht.
Der Wechsel in den Triathlon war bei dir ja nur ein Teil der Geschichte. Parallel hast du auch dein Lehramtsstudium durchgezogen. Also Vollgas im Sport und gleichzeitig ein klarer Plan fürs Leben daneben. Wie hast du das unter einen Hut bekommen? Und warst du in dieser Phase manchmal selbst diejenige, die sich am meisten Druck gemacht hat?
"Ich war diese Struktur von klein auf gewohnt und habe sie auch gebraucht. Deshalb war für mich immer klar. Ich werde einen Weg finden, Studium, Sport und Arbeit miteinander zu vereinbaren. Der Tag hat schließlich 24 Stunden."
Eine meiner größten Stärken ist wahrscheinlich, dass ich mich für viele unterschiedliche Dinge begeistern kann. Ich bewege gerne viel, übernehme verschiedene Aufgaben gleichzeitig und empfinde Herausforderungen nicht nur als Belastung, sondern oft auch als Bereicherung. Dadurch haben sich Studium, Sport und Arbeit für mich nie grundsätzlich ausgeschlossen. Vieles davon hat mir Freude gemacht und sich gegenseitig ergänzt.
Natürlich war nicht immer alles einfach. Es gab schlaflose Nächte, in denen ich nicht wusste, wie ich alles schaffen soll. Manche Tage haben um vier Uhr morgens begonnen und erst um 23 Uhr geendet. Rückblickend war ich aber meistens selbst diejenige, die sich am meisten unter Druck gesetzt hat. Von außen kam dieser Druck eigentlich nie. Weder von meinen Eltern noch von meinem Umfeld. Mir wurde immer vermittelt, dass ich das tun soll, was mich erfüllt und glücklich macht. Genau das ist bis heute mein Antrieb. Ich fühle mich erfüllt, wenn ich viel bewegen kann, wenn ich anderen etwas mitgeben darf und wenn ich das Gefühl habe, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, die Welt ein Stück besser zu machen.

Foto: Rico Hoffmann
Zu Beginn meiner Triathlon-Karriere hatte ich übrigens nie den Plan, Profi zu werden oder damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ob es ein klarer Plan war oder eher eine Entwicklung, weiß ich selbst nicht genau. Aber ich glaube, dass mir genau die Eigenschaften geholfen haben, die sich schon früh gezeigt haben: dranzubleiben, weiterzuarbeiten, Rückschläge auszuhalten und konsequent den eigenen Weg zu gehen. Resilienz ist dabei wahrscheinlich meine größte Stärke.
Meine Leidenschaft für Sport war immer der rote Faden. Ich liebe Bewegung und viele verschiedene Sportarten. Für mich ist Bewegung ein zentraler Teil des Lebens. Denn ohne Bewegung entsteht Stillstand, und Stillstand war für mich nie etwas Positives. Diese Begeisterung konnte ich im Studium, später in der Schule und in meinen Kursen weitergeben. Mir war immer wichtig, andere dafür zu inspirieren, Sport nicht nur als Leistung zu sehen, sondern als essenziellen Bestandteil eines gesunden und erfüllten Lebens.
Du warst jung, erfolgreich und hattest mit Olympia 2020 ein ganz klares Ziel vor Augen. Umso härter wahrscheinlich der Moment, als feststand, dass es mit der Quali nicht klappt. Wie bist du damals mit dieser Enttäuschung umgegangen? Und wenn du heute zurückschaust: Welche mentalen Learnings nimmst du aus genau dieser Zeit mit?
Rückblickend war das eine sehr harte Zeit. Während der Corona-Jahre hatte ich mit großen mentalen Herausforderungen zu kämpfen. Ich hatte mich damals sehr stark in den Gedanken hineingesteigert, dass ich als Sportlerin nur dann wirklich etwas wert bin, wenn ich es zu den Olympischen Spielen schaffe. Gerade in den Jahren 2020 und 2021 habe ich ein Stück weit meine Prinzipien und vor allem meine Leichtigkeit verloren. Ich wollte die Olympia-Qualifikation um jeden Preis erreichen. Doch genau dadurch hat sich vieles in die falsche Richtung entwickelt. Auf diesem Weg habe ich ausgerechnet das verloren, was mich als Athletin eigentlich immer ausgezeichnet hatte.
Bis heute kann ich nicht vollständig erklären, warum ich in diese Dynamik geraten bin. Aber ich war damals sehr weit von mir selbst entfernt. Direkt nach der verpassten Qualifikation 2021 wollte ich eigentlich aufhören. Gleichzeitig hat sich etwas in mir dagegen gewehrt.
Ich musste damals an einen Satz denken, den ich ganz am Anfang einmal zu meinem ersten Triathlontrainer gesagt hatte: „Ich bin eigentlich für die längeren Distanzen gemacht.“ Genau daraus entstand schließlich mein dritter Neuanfang.

Foto: Julian Wüst
„Mit dem heutigen Abstand glaube ich sogar, dass dieses Scheitern vielleicht das Beste war, was mir passieren konnte.“
Nicht, weil es leicht war, sondern weil ich weiß, dass ich wirklich alles versucht habe. Genau darin habe ich irgendwann meinen Frieden gefunden, und darauf bin ich heute auch stolz.
Ich glaube, ich bin weniger am Ergebnis selbst gewachsen, sondern vielmehr an der gesamten Situation und an dem, was sie in mir verändert hat. Diese Erfahrung hat meinen Blick auf den Sport und auch auf die Frage, wie ich mein Leben gestalten möchte, grundlegend verändert. Heute habe ich das Gefühl, angekommen zu sein. Bei dem, was ich tue, und bei der Person, die ich wirklich bin. Natürlich verdiene ich inzwischen mit dem Sport meinen Lebensunterhalt und kann davon meine Miete bezahlen. Aber Sport bedeutet für mich längst viel mehr als Leistung oder Erfolg.
Für mich ist Sport auch eine Möglichkeit, die Welt ein kleines Stück besser zu machen. Er vermittelt so viele wertvolle Eigenschaften, wenn man bereit ist, über den reinen Wettkampf hinauszuschauen.
Manchmal gibt es im Sport diese Momente, in denen sich ein neuer Weg nicht nur andeutet, sondern vom ersten Schritt an richtig anfühlt. Bei dir hatte man genau dieses Gefühl. Dritter Neuanfang, neue Distanz, neues Kapitel und dann gleich dieser Sieg beim Ironman 70.3 Dresden, fast vor der eigenen Haustür. Das war nicht einfach nur ein starkes Rennen, das war ein Statement. Und 2023 ging es auf beeindruckende Weise weiter: Podium bei The Championship in Samorin, Podium in Barcelona, Sieg in Vieux Boucau, Podium in Bahrain. Das wirkte fast so, als hättest du auf der Mitteldistanz nicht nur etwas Neues ausprobiert, sondern sofort einen ganz eigenen Rhythmus gefunden. War 2023 für dich genau die Saison, in der sich dieser Wechsel endgültig richtig angefühlt hat? Die Saison, in der aus einer neuen Herausforderung die tiefe Bestätigung wurde: Ja, genau hier gehöre ich gerade hin?
2023 war auf dem Papier vielleicht ein recht erfolgreiches Jahr, aber es war auch geprägt von vielen Selbstzweifeln und Rückschlägen. Vor allem im Sommer hatte ich körperlich mit einem Ermüdungsbruch und Herzrhythmusstörungen zu kämpfen. Trotzdem habe ich mich davon nicht verunsichern lassen und bin weiter meinen Weg gegangen. Umso schöner war es, in Vieux erneut auf dem Podium zu stehen, obwohl ich drei Tage vor dem Wettkampf krank geworden bin.
Die Wettkampfserie in der zweiten Saisonhälfte hat mir gezeigt, dass ich vorne mitspielen, Rennen aktiv mitgestalten und auch die ganz großen Athletinnen wie Imogen Simmonds und Kate Waugh herausfordern kann.

Foto: Rico Hoffmann
2024 war mehr als nur eine Saison voller starker Ergebnisse. Es war ein Jahr mit einer ganz besonderen Dynamik, einem ganz eigenen Flow und ganz viel spürbarer Energie. Vier Siege, ein Europameistertitel, weitere Podien auf höchstem Niveau und ein Platz in den Top Ten der Weltmeisterschaft. Das war nicht weniger als der Durchbruch in die absolute Weltspitze der Mitteldistanz. Solche Jahre wirken von außen oft fast surreal, weil plötzlich Rennen, Form, Selbstvertrauen und Timing auf eine Weise zusammenfinden, wie es nur selten passiert. Wenn du heute mit etwas Abstand auf diese außergewöhnliche Saison blickst: Mit wie viel Demut betrachtest du das alles? Und was überwiegt in dir, wenn du daran zurückdenkst, Stolz, Dankbarkeit, Staunen oder vielleicht das Gefühl, in diesem einen Jahr ganz nah bei deinem eigenen sportlichen Maximum gewesen zu sein?
Zunächst einmal bin ich unglaublich demütig und dankbar, diesen Sport ausüben zu dürfen. Gerade in Phasen, in denen es nicht so läuft, zehrt man natürlich auch von Jahren oder Momenten, in denen scheinbar alles funktioniert hat.
Der Saisonbeginn war allerdings eher durchwachsen. Bei der Challenge Samorin lag ich 800 Meter vor dem Ziel auf Position zwei, bin dann aber zusammengebrochen, musste medizinisch behandelt werden und war in einem extremen Fieberzustand.
„Dieses Erlebnis hat sich für mich fast wie eine Nahtoderfahrung angefühlt. Danach musste ich mich als Sportlerin noch einmal komplett neu finden.“
Ich habe mich intensiv mit Themen wie Hitze, Salz, Ernährung und Elektrolyten beschäftigt. Rückblickend bin ich stolz darauf, dass mich dieses Erlebnis, das ich wirklich niemandem wünsche, als Mensch und Sportlerin weitergebracht hat. Es hat sehr viel in mir ausgelöst, vor allem eine tiefe Dankbarkeit gegenüber meinem Körper. Und ja, die zweite Saisonhälfte war dann tatsächlich ziemlich stark.

Foto: Julian Wüst
Dann kam 2025. Ein Jahr, das wie ein ganzes Kapitel voller Kontraste wirkt. Ein Jahr zwischen Aufbruch und Belastung, zwischen Triumph und schmerzhafter Wendung, zwischen neuer Zugehörigkeit, großen Ergebnissen und Momenten, die tiefer gehen als jede reine Platzierung. Der Wechsel zu Team Erdinger Alkoholfrei, der starke zweite Platz beim Ironman 70.3 Kraichgau, das epische Finish bei der Europameisterschaft in Schweden, erst der Titel, dann Monate später die Aberkennung nach erneuter Prüfung des Fotofinishs. Dazu die T100-Serie, mehrere Top-Ten-Ergebnisse und Platz zehn bei der Weltmeisterschaft in Katar. Das alles in einem einzigen Jahr. Wenn du mit etwas Abstand auf diese außergewöhnlich intensive Zeit blickst: Wie hast du dieses Wechselbad der Gefühle verarbeitet? Was hat 2025 mental, emotional und körperlich mit dir gemacht und wie findet man in so einem Jahr immer wieder die Kraft, weiterzugehen?
2025 war wahrscheinlich das intensivste Jahr meiner bisherigen Karriere. Zu Beginn der Saison hatte ich stark mit Rückenproblemen zu kämpfen. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, die Last der Welt auf meinen Schultern zu tragen.
Es kamen neue Sponsoren dazu. Große Partner, die zu den besten gehören, die man sich in unserem Sport vorstellen kann. Plötzlich war ich Teil davon, und obwohl niemand von außen Druck auf mich ausgeübt hat, habe ich ihn mir selbst gemacht. Ich hatte das Gefühl, jetzt noch härter arbeiten und noch besser werden zu müssen.
Dazu kam mein Uni-Abschluss, der mir sehr viel Energie gezogen hat. In dieser Phase habe ich kaum geschlafen, kaum gegessen und versucht, alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Das ging eine Zeit lang gut, aber irgendwann ist das System gekippt. Ich war leer, hatte keine Energie mehr, musste Einheiten abbrechen und war mental ziemlich am Boden, weil ich große Angst hatte, andere zu enttäuschen.
„Dank meiner Freunde, meiner Familie und meines Trainers habe ich es geschafft, mich wieder aus diesem Loch herauszuarbeiten.“
Trotzdem blieb es ein Auf und Ab. Die intensive Zeit im Studium und im Training hat mich mehr Kraft gekostet, vor allem mental, als ich mir zunächst eingestehen wollte.
2025 wurde ich immer wieder krank, besonders kurz vor Wettkämpfen. Rückblickend war das ein deutliches Zeichen meines Körpers. Trotzdem wollte ich unbedingt an der Startlinie stehen. Am Ende glaube ich, dass mich dieses Jahr noch stärker gemacht hat. Ich habe mein Studium abgeschlossen, bin Lehrerin und liebe den Sport mehr denn je, weil er uns so unglaublich viel lehrt.
Wow, das sind starke Worte und sie zeigen einmal mehr, hinter all den Wattwerten, Splitzeiten und Ergebnissen steckt immer noch ein Mensch. Von außen sieht vieles manchmal fast übermenschlich aus, aber ihr Athletinnen und Athleten seid eben keine Maschinen. Was würdest du jungen Sportlerinnen und Sportlern mitgeben, die vielleicht irgendwann in eine ähnliche Situation geraten?
Auf keinen Fall aufgeben! Auch dann nicht, wenn es schwer oder scheinbar unmöglich erscheint. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen und sich mit Menschen zu umgeben, die einem guttun. Gleichzeitig sollte man immer auf das eigene Gefühl hören und seinem Herzen vertrauen.
Lass uns nach vorne schauen: 2026 könnte ein richtig spannendes Jahr für dich werden. Der Auftakt hätte kaum besser laufen können: drei Rennen, drei Siege! Bei der Challenge Mogán-Gran Canaria, der Challenge Samorin und bei der Challenge St. Pölten. Herzlichen Glückwunsch auch von uns nochmal! Als nächstes kommt dein Langdistanz-Debüt bei der Challenge Roth, ein echtes Brett und natürlich ein absolutes Highlight im Triathlon-Kalender. Und kaum ist Roth vorbei, steht mit dem Ironman 70.3 Leipzig schon das nächste große Ding an. Leider zeitgleich mit dem Allgäu Triathlon, aber dass du da lieber in deinem Wohnzimmer startest, können wir natürlich absolut verstehen. Bleiben wir direkt mal bei Roth. Wie gehst du dieses Rennen an? Was ist dein Plan, was nimmst du dir vor, mit welcher Erwartung stehst du an der Startlinie?
Im Moment schwankt meine Gemütslage zwischen großer Euphorie und ehrlichen Zweifeln, ob ich dieser Herausforderung wirklich gewachsen bin. Gleichzeitig stimmt mich das Training sehr positiv, weil aktuell alles recht entspannt und gut läuft.
Natürlich kann ich niemandem die Schuld dafür geben. Ich habe mich ganz bewusst und schon vor längerer Zeit entschieden, mein Debüt zu geben. Jetzt muss ich die Suppe auch alleine auslöffeln. Aber Spaß beiseite. Ich habe wirklich große Lust darauf und brenne total für diese Aufgabe.
„Meistens sind genau die Dinge besonders gut geworden, hinter denen ich zu 1000 Prozent stand.“
Und genau so fühlt es sich im Moment an. Ich finde es unglaublich spannend, nach langer Zeit wieder etwas ganz Neues auszuprobieren. Etwas Ungewisses, für das ich noch keine wirkliche Vorerfahrung habe. Eigentlich muss ich deshalb gar keinen großen Druck oder Angst haben. Die Position der Underdog-Athletin empfinde ich in diesem Rennen sogar als sehr angenehm und spannend. Ich habe alle Möglichkeiten in der Hand.
Gleichzeitig kann ich es noch gar nicht richtig glauben, wirklich neben Athletinnen wie Kate Waugh, Laura Philipp und all den anderen großartigen Sportlerinnen und Sportlern an der Startlinie in Roth zu stehen. Darauf bin ich schon auch ein bisschen stolz. Vor allem freue ich mich unfassbar auf diesen Tag. Es werden so viele tolle Menschen extra wegen mir in Roth sein. Allein der Gedanke daran berührt mich sehr.
Fotos: Julian Wüst
Ironman 70.3 Leipzig. Das Rennen quasi direkt vor deiner Haustür. Im Fußball würde man sagen: klarer Heimvorteil. Beim Triathlon ist es vielleicht eher die besondere Energie, wenn Familie, Freunde und bekannte Gesichter an der Strecke stehen. Wie groß ist deine Vorfreude auf dieses Rennen? Und was bedeutet es dir, in deinem eigenen Wohnzimmer an der Startlinie zu stehen?
„2026 jagt für mich wirklich ein Highlight das nächste. Ich bin unglaublich stolz, glücklich und dankbar, dass dieses Rennen endlich Wirklichkeit wird.“
Ich habe oft scherzhaft darüber gesprochen, wie besonders es wäre, einen Triathlon in Leipzig zu haben. An einem Ort, der dafür so viele Möglichkeiten bietet. Leipzig hat unglaublich viel zu bieten. Dass wir das nun der großen Triathlonwelt zeigen dürfen und beweisen können, dass Leipzig Sport und Triathlon kann, macht mich als Ur-Leipzigerin unfassbar stolz.
Besonders schön ist für mich auch, dass ich einige Athletinnen und Athleten aus Leipzig coache, die entweder ihren allerersten Triathlon absolvieren oder nach sehr langer Zeit wieder in den Sport einsteigen. Das finde ich großartig, weil es zeigt, welche Kraft und Energie unser Sport hat und dass Triathlon viele Menschen früher oder später auf positive Weise erreicht.
Ich freue mich riesig auf die Stimmung, auf meine Freunde, meine Familie, Bekannte und alte Schulfreunde, die dieses Event gemeinsam mit uns feiern werden. Das wird für mich etwas ganz Besonderes.
Das können wir natürlich absolut nachvollziehen. Für dieses Jahr drücken wir dir erstmal richtig fest die Daumen. Aber eine Frage müssen wir als Fans des Allgäu Triathlons natürlich trotzdem stellen: Gibt es in Zukunft vielleicht irgendwann die Chance, dich beim Allgäu Triathlon an der Startlinie zu sehen?
Natürlich steht der Allgäu Triathlon schon lange auf meiner Liste. Ich liebe anspruchsvolle Strecken, und der Allgäu Triathlon gehört definitiv dazu. Deshalb bin ich mir sicher, dass der Tag kommen wird, an dem ich dort an der Startlinie stehe.








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