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Rebecca Robisch im Interview

  • Autorenbild: HHT Team
    HHT Team
  • 4. Mai
  • 11 Min. Lesezeit

Eine Geschichte über Talent, Enttäuschung & Neuanfang – und die Rückkehr zu einem Sport, der sie nie ganz losgelassen hat.


Rebecca Robisch im Fokus

Privates Archiv


Rebecca Robisch war ohne Zweifel eine der stärksten Triathletinnen, die Deutschland je hatte. Ihre Karriere nahm schon in jungen Jahren mit viel Rückenwind Fahrt auf, doch auf dem Weg nach ganz oben wurde sie nicht von fehlender Leistung gestoppt, sondern von Entscheidungen, die bis heute für großes Unverständnis sorgen. Der verwehrte Olympia-Start 2016, obwohl sie damals zu den besten Athletinnen des Landes zählte, wurde in der Szene zurecht als Skandal wahrgenommen und markierte zugleich den Beginn eines schmerzhaften Bruchs.


Die Liebe zum Triathlon ging dadurch verloren und kehrte erst viele Jahre später mit ihrem Comeback 2022 auf der Mitteldistanz zurück. Dazwischen zeigte sie jedoch auch abseits des Triathlons, was für eine außergewöhnliche Ausdauersportlerin in ihr steckt: auf dem Mountainbike, bei Straßenläufen und auf den Trails.


Rebecca, wenn man sich deine sportliche Laufbahn anschaut, wird schnell klar, was für eine beeindruckende Athletin du in deiner aktiven Zeit warst. Vier Deutsche Jugendtitel im Duathlon in Serie, Bronze bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Triathlon, dazu der Deutsche Meistertitel auf der Sprintdistanz 2011 – deiner Paradedisziplin – und viele starke Ergebnisse auf internationaler Bühne: Deine Vita liest sich schon bis dahin beeindruckend. Lass uns deshalb noch einmal ein Stück zurückgehen: Wie viel von diesem Weg war außergewöhnliches Talent, wie viel harte Arbeit und wie hat bei dir damals eigentlich alles mit dem Triathlon begonnen?

Wenn ich auf den Beginn meiner Triathlon-Karriere zurückblicke, dann war sicherlich beides entscheidend: ein gewisses Talent, aber eben auch sehr viel harte Arbeit. Angefangen hat bei mir allerdings alles nicht mit Triathlon, sondern mit Fußball. Schon als Kind war das meine große Leidenschaft, und ich habe dort früh gemerkt, wie gerne ich mich bewege und wie viel Freude mir das Laufen macht. 


Da ich in Roth aufgewachsen bin, lag es irgendwann nahe, einmal beim Schnuppertriathlon am Rothsee mitzumachen. Das war 1998, ich war damals zehn Jahre alt und hatte mit Triathlon bis dahin eigentlich noch keine wirklichen Berührungspunkte. Außer, dass wir in Roth natürlich immer die großen Rennen verfolgt haben. Bei meinem ersten Start wurde ich direkt Zweite, ganz klassisch noch mit Mountainbike, Baumwoll-T-Shirt über dem Badeanzug und Brustschwimmen. Aber genau dieses erste Erlebnis hat mich sofort gepackt. Ich bin danach direkt in den Triathlonverein in Roth gegangen und habe dort in einer starken Kinder- und Jugendgruppe mit sehr guten Trainern trainiert. Parallel zog es mich auch in die Leichtathletik, weil mir das Laufen schon früh besonders viel Spaß gemacht hat. Mit der Zeit entwickelte ich mich dort ebenfalls sehr gut, lief auf der Mittelstrecke und nahm später sogar an bayerischen und deutschen Meisterschaften teil. Im Triathlon zeigte sich früh, dass vor allem Radfahren und Laufen meine Stärken waren. Beim Radfahren konnte ich mit den Jungs mithalten, beim Laufen sie oft sogar schlagen. Genau das hat mich damals enorm motiviert.


Rebecca Robisch auf dem Zeitfahrrad

Trotzdem war es nicht nur Talent, das mich vorangebracht hat. Der Weg war von Anfang an mit viel Disziplin, Konsequenz und einem enormen Trainingsaufwand verbunden. Während meiner gesamten Schulzeit lief mein Alltag im Grunde nach einem klaren Muster ab: Schule und Training, für viel mehr blieb kaum Platz. Oft habe ich schon vor der Schule trainiert, später dann nach dem Unterricht noch ein oder zwei Einheiten absolviert. Dazu kamen zusätzliche Wege ins Schwimmtraining nach Nürnberg oder ins Lauftraining nach Fürth, bei denen mich meine Eltern unglaublich unterstützt haben. Gerade meine Mutter hat sehr viel auf sich genommen, um mir das alles zu ermöglichen. Diese Zeit war nicht nur körperlich fordernd, sondern auch mental, weil Schule, Lernen und Leistungssport gleichzeitig bewältigt werden mussten. Aber ich habe das nie wirklich hinterfragt, weil ich früh gespürt habe, dass der Sport mein Weg ist. Er war meine Leidenschaft, mein Ausgleich und gleichzeitig der Bereich, in dem ich gemerkt habe, dass ich etwas erreichen kann. 


„Entscheidend war am Ende die Kombination aus Ehrgeiz, Leidenschaft und der Bereitschaft, sehr viel dafür zu investieren.“
Trainingscamp Fuerteventura

Es war die Zeit, in der deine Karriere Schritt für Schritt nach oben ging: Vizemeisterin auf der Sprintdistanz, vier Bundesliga-Titel in Folge mit Buschhütten und 2015 die beste deutsche Athletin in der ITU World Championship Series. Dass du trotz dieser Leistungen nicht für den Olympiakader nominiert wurdest, wirkte damals auf viele wie eine Entscheidung, die kaum zu erklären war. Wenn du heute, zehn Jahre später, auf diese Phase zurückschaust, wie groß ist der Schmerz darüber noch immer?

Ich habe mich über die Jahre Schritt für Schritt im Kadersystem der Deutschen Triathlon Union nach oben gearbeitet und war parallel als Sportsoldatin bei der Bundeswehr aktiv. Durch konstante Leistungen und nationale wie internationale Erfolge konnte ich mich dort immer wieder behaupten. Mein sportlicher Weg zeigte lange klar nach oben. Nach ersten vergeblichen Olympia-Anläufen 2008 und 2012 war für mich schnell klar: 2016 sollte mein großes Jahr werden. Olympia war mein großer Traum und mein zentrales Ziel als Leistungssportlerin.


In der Vorbereitung auf die Spiele 2016 habe ich bewusst noch einmal eine weitreichende Entscheidung getroffen, um wirklich alles aus mir herauszuholen. Ich habe mich Anfang 2015 der internationalen Trainingsgruppe von Joel Filliol angeschlossen, einem der angesehensten Coaches im Triathlon. Dort trainierte ich gemeinsam mit Athleten wie Mario Mola, Richard Murray und Katie Zaferes. Dafür habe ich mich sehr bewusst von den gewohnten Strukturen der Deutschen Triathlon Union gelöst, weil ich gespürt habe, dass ich eine Veränderung brauche, um sportlich noch einmal den entscheidenden Schritt nach vorne zu machen. Diese Entscheidung war richtig: Ich habe große Fortschritte gemacht, meine Leistung noch einmal spürbar gesteigert und zugleich enorm wertvolle Erfahrungen gesammelt. Es war eine intensive und besondere Zeit, geprägt von langen Trainingslagern, internationalen Reisen und dem täglichen Vergleich mit einigen der besten Triathleten der Welt.


Als es dann um die Olympia-Qualifikation ging, waren die Kriterien für eine direkte Nominierung sehr hart. Dafür hätte ich an den entscheidenden Tagen absolute Top-Leistungen gebraucht, was mir in dieser Form leider nicht gelungen ist. Trotzdem war ich im Olympia-Ranking die beste deutsche Athletin hinter Anne Haug, die als Einzige die direkte Qualifikation geschafft hatte. Deshalb war ich überzeugt, dass ich über die verbleibenden Plätze mitgenommen werden würde. Für mich lag es nahe, dass man sich dann an den stärksten Athletinnen orientiert. Umso härter war der Moment, als ich den Anruf bekam und mir mitgeteilt wurde, dass ich nicht für Olympia nominiert werde. Als Begründung wurden taktische Gründe genannt, die mir aber nie konkret und nachvollziehbar erklärt wurden. Bis heute ist dieser Vorgang für mich nicht wirklich transparent. Ich hatte damals das Gefühl, dass auf Funktionärsebene vieles entschieden wurde, ohne dass ich wirklich verstanden habe, warum.


Diese Nachricht war für mich ein massiver Schlag. Mein Traum von Olympia ist in diesem Moment praktisch zerbrochen. Ich habe daraufhin den Rechtsweg eingeschlagen und vor dem Sportschiedsgericht für meine Nominierung gekämpft, weil ich überzeugt war, dass ich mir diesen Platz sportlich verdient hatte. Leider zog sich das Verfahren so lange hin, dass es letztlich zu spät war. Selbst als ich in der Sache Recht bekam, half mir das sportlich nicht mehr weiter, weil Olympia unmittelbar bevorstand. Die Situation führte sogar dazu, dass auch andere bereits nominierte Athletinnen am Ende nicht starten durften und das war nie mein Ziel. Das tut mir bis heute leid, denn ich wollte niemandem etwas wegnehmen, sondern lediglich für mein eigenes Recht kämpfen. Ich war damals überzeugt, dass ich zu den besten deutschen Triathletinnen gehörte und deshalb die Chance verdient hatte, bei Olympia zu starten.


Rebecca Robisch bei der Challenge Roth

Foto: Michael Sanftleben


Nach diesem Einschnitt war für mich klar, dass ich den Sport nicht mehr mit derselben Motivation weiterführen konnte. Ich hatte körperlich meinen Leistungshöhepunkt erreicht und mental alles auf diesen Traum ausgerichtet. Als dieser zerplatzte, wusste ich zunächst nicht mehr, wofür ich noch trainieren sollte. Deshalb habe ich meine aktive Karriere beendet und bin erst einmal in ein tiefes Loch gefallen. Auch zehn Jahre später schmerzt diese Erinnerung noch, weil Olympia für mich die Erfüllung eines Lebenstraums gewesen wäre. Gleichzeitig kann ich heute sagen, dass mich dieses Erlebnis trotz allem geprägt und stärker gemacht hat. Es hat lange gedauert, bis ich meinen Frieden damit gefunden habe, weil ich erst lernen musste, mit Enttäuschung, Schmerz und der Frage umzugehen, wie mein Leben außerhalb des Leistungssports aussehen kann.


Heute kann ich aber sagen:

„Ich bin mit meinem Leben und meinem Weg im Reinen.“

Train Like A Pro

Nach deinem Rücktritt bist du erst einmal aus der Triathlon-Welt abgetaucht. Gleichzeitig hast du mit deinen Siegen beim Köln-Marathon und beim Desert Dash in Namibia gezeigt, dass deine sportliche Geschichte noch lange nicht zu Ende geschrieben war. Wie wichtig war dieser Abstand zum Triathlon für dich damals? Und welche Erkenntnisse hast du aus diesen beiden sehr besonderen Titelverteidigungen mitgenommen?

2016 habe ich meine aktive Triathlon-Karriere beendet. Und zwar mit einer Konsequenz, die heute fast radikal wirkt. Ich habe alles weggegeben, verkauft oder verschenkt, was mich an diese Zeit erinnert hat. Ich wollte erst einmal nichts mehr mit diesem Sport zu tun haben, nicht einmal ein Fahrrad sehen. Ins Wasser bin ich danach über sechseinhalb Jahre lang kein einziges Mal gegangen. Selbst wenn ich im Freibad war, hatte ich keinerlei Bedürfnis, schwimmen zu gehen. Die Abneigung war in dieser Phase einfach zu groß. Gleichzeitig fiel ich nach dem Karriereende in ein tiefes Loch, weil ich zunächst überhaupt nicht wusste, was ich mit mir anfangen sollte.


In dieser Phase kam ein entscheidender Impuls von außen: Hubert Schwarz fragte mich, ob ich bei einem seiner Namibia-Projekte mitmachen möchte – konkret beim Desert Dash, einem Mountainbike-Rennen über knapp 400 Kilometer durch die Wüste. Obwohl ich nur wenig Vorbereitungszeit hatte, sagte ich spontan zu, begann wieder zu trainieren und stellte mich dieser völlig neuen Herausforderung. Dass ich das Rennen am Ende sogar gewinnen konnte, war für mich ein enorm wichtiger Moment. Es zeigte mir, dass ich weiterhin leistungsfähig bin und auch außerhalb des Triathlons sportlich erfolgreich sein kann. Gleichzeitig war diese extreme Belastung über viele Stunden eine völlig neue Erfahrung, die meinen Horizont erweitert und mir auf eine neue Weise große Freude gemacht hat.


Kurz darauf ergab sich die nächste spannende Wendung. Eine Freundin von mir, Anna Hahner, schrieb mir damals und meinte, ein Marathon könne gut zu mir passen. Ich habe daraufhin zwei Wochen mit ihr trainiert, was für mich ziemlich hart war, weil ich in dieser Laufwelt zunächst überhaupt nicht mithalten konnte. Trotzdem hat mich genau das gereizt. Ich habe Blut geleckt, mich für den Köln-Marathon 2017 angemeldet und ihn überraschend direkt gewonnen. Damit begann für mich ein ganz neuer sportlicher Weg, fernab des Triathlons, aber dennoch mit klaren Zielen und einer großen Lust, Neues auszuprobieren.


In den Jahren danach habe ich mich in anderen Ausdauersportarten ausprobiert und unter anderem Erfolge beim Köln-Marathon und beim Desert Dash gefeiert. Diese Zeit war für mich sehr wichtig, weil sie mir Abstand zum Triathlon und zugleich eine neue sportliche Freiheit gegeben hat.


„Zum ersten Mal trainierte ich komplett ohne Plan und einfach nach Gefühl – und genau das hat mir enorm gutgetan.“

Rebecca Robisch beim Allgäu Triathlon

Mit deinem Comeback 2022 hast du viele überrascht, und spätestens 2023 mit drei Podiumsplätzen auf der Mitteldistanz eindrucksvoll gezeigt, dass du sportlich direkt wieder voll da bist. Der Sieg beim Allgäu Triathlon war dabei natürlich ein ganz besonderer Moment. Was hat damals die Liebe zum Triathlon wieder neu entfacht? Und welche Gedanken und Gefühle verbindest du heute mit diesem Sieg im Allgäu?

Die Liebe zum Triathlon ist bei mir eher auf eine sehr natürliche und fast zufällige Weise zurückgekommen. Ausgelöst wurde das vor allem durch meine Familie, weil mein Cousin und seine Freundin mit dem Sport begonnen haben und ich dadurch Stück für Stück wieder Berührung mit dem Triathlon hatte. Als wir gemeinsam trainiert haben, habe ich schnell gemerkt, dass noch vieles da ist und dass die Begeisterung für diesen Sport nie ganz verschwunden war. Daraus entstand dann die Idee, mir mit dem Challenge Roth noch einmal einen ganz besonderen Traum zu erfüllen und bewusst auf ein letztes großes Ziel hinzuarbeiten.


Der Sieg beim Allgäu Triathlon 2023 war in diesem Comeback-Prozess ein ganz besonderer Moment. Zum einen, weil ich dieses Rennen mit seiner anspruchsvollen Strecke und der besonderen Atmosphäre einfach liebe. Zum anderen, weil ich nur zwei Wochen vor dem Start die Diagnose einer Sehnenansatzentzündung bekommen hatte und wusste, dass ich trotz Schmerzen an den Start gehen würde und danach erst einmal eine längere Pause brauche. Dass ich dieses Rennen unter diesen Umständen gewinnen konnte, macht den Erfolg für mich bis heute so besonders. Er hat mir nicht nur viel bedeutet, sondern mir auch gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg zurück bin.


Die Challenge Roth 2024 sollte eigentlich dein großer Last Dance werden, ein ganz besonderer Schlusspunkt. Doch dann ging die Reise plötzlich noch weiter, und zwar mit richtig starken Ergebnissen wie Platz drei in Sanremo und Rang zehn bei der Challenge Mallorca. Wie ist es dazu gekommen? War nach Roth einfach doch noch nicht der Moment erreicht, um wirklich ganz loszulassen?

Rebecca Robisch fokussiert die Radstrecke

Foto: Michael Sanftleben


Eigentlich war die Challenge Roth, den ich damals in 8:36 Stunden finishen konnte, als mein großer Abschied geplant. Danach habe ich auch erst einmal Urlaub gemacht, doch weil ich im Bonuspool der Challenge-Serie weit vorne lag, entstand die Möglichkeit, mit zwei weiteren Mitteldistanzrennen noch einmal sportlich und finanziell etwas mitzunehmen. Das war letztlich der Grund, warum ich nach Roth doch noch weitergemacht habe.


Mental war das zu diesem Zeitpunkt allerdings schon sehr fordernd. In Sanremo lief es noch einmal richtig gut, auf Mallorca kam dann noch eine unglückliche Zeitstrafe dazu. Trotzdem wurde ich am Ende Dritte im Challenge-Bonuspool. Danach war für mich aber klar, dass es reicht. Nach dieser langen Saison habe ich meine Karriere endgültig beendet und direkt begonnen, mein neues Kapitel als Triathlon-Coach aufzubauen.


Wenn man deine Geschichte kennt, dann kommt einem fast automatisch der Begriff Mentalitätsmonster in den Kopf. Du hast sportlich und persönlich einiges verarbeiten müssen und bist trotzdem immer wieder aufgestanden. Was hat dir in diesen Phasen die größte Kraft gegeben – dein eigener Kopf oder vor allem die Menschen an deiner Seite?

Ein „Mentalitätsmonster“ war ich in dieser Phase ganz sicher nicht. Nach der Geschichte rund um Olympia war ich vielmehr in vielerlei Hinsicht gebrochen, mental, aber auch körperlich. Ich bin damals für einige Zeit komplett abgetaucht, war am Boden und wusste zunächst überhaupt nicht, wie ich aus diesem Loch wieder herauskommen sollte. Das war eine sehr schwere Phase, in der ich wirklich stark zu kämpfen hatte. Was mir in dieser Zeit am meisten geholfen hat, war die Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde. Sie waren da, haben mich aufgefangen, versucht, mir wieder Lebensfreude zu geben und mir gezeigt, dass es neben diesem einen Traum auch andere Ziele geben kann, für die es sich zu leben und zu brennen lohnt. Gerade meine Eltern waren in dieser Zeit ein ganz wichtiger Halt für mich.


Gleichzeitig glaube ich schon, dass man durch solche Erfahrungen mit der Zeit mental stärker werden kann. Allerdings nicht sofort, sondern erst, wenn man sie wirklich verarbeitet hat. Bei mir hat das lange gedauert, sicher sechs oder sieben Jahre. Heute kann ich aber sagen, dass ich aus dieser Zeit stärker hervorgegangen bin. Diese Erfahrung hilft mir mittlerweile auch im privaten und beruflichen Leben, weil ich weiß:


„Selbst wenn man ganz unten ist und das Gefühl hat, es geht nicht weiter, kann irgendwann wieder etwas Neues entstehen. Man braucht Geduld, Vertrauen und Menschen an der Seite, die an einen glauben.“
Ironman Qualifikation in der Tasche

Auch der Sport hat mir auf diesem Weg sehr geholfen. Gerade die Extremrennen in Namibia waren für mich wichtig, weil ich dort trotz einer mental schwierigen Phase wieder erleben konnte, dass ich noch leistungsfähig bin und in herausfordernden Situationen bestehen kann. Das hat mir viel zurückgegeben. Ich habe dabei auch gemerkt, dass ich den Sport nicht zwingend in Form von Triathlon brauche, sondern grundsätzlich als Ventil, um mich zu bewegen, mich auszupowern, meine Gedanken zu sortieren und den Kopf freizubekommen. Lange Ausdauerbelastungen haben für mich fast etwas Meditatives, sie sind auf ihre Weise meine Form von Therapie geworden und sind es bis heute geblieben.


Dass ich meinen Weg wiedergefunden habe, verdanke ich sicher nicht nur mir selbst, sondern ganz wesentlich auch meiner Familie, meinen Freunden und meinem Umfeld. Sie sind bis heute an meiner Seite, und dafür bin ich sehr dankbar.


Mit dem Ende deiner aktiven Karriere hat für dich ein neues Kapitel begonnen. Diesmal nicht mehr als Athletin, sondern als Coach. Wie kam es zu diesem Schritt, wie hat sich dein Coaching in den vergangenen Jahren entwickelt und worauf legst du in der täglichen Arbeit mit deinen Athleten besonderen Wert?

Nach dem Ende meiner aktiven Karriere habe ich mich bewusst dafür entschieden, meine Erfahrungen und mein Wissen als selbstständige Triathlon-Coach weiterzugeben. Begonnen hat alles im kleinen Rahmen, mit drei Athleten, einer eigenen Website und ersten Einblicken über Instagram. Durch viel positives Feedback und persönliche Empfehlungen hat sich daraus Schritt für Schritt ein Coaching aufgebaut, das inzwischen weit über meine Region hinausreicht und heute auch Athleten aus Österreich und der Schweiz umfasst.


Aktuell betreue ich 22 Athleten, überwiegend Triathleten, aber auch Marathonläufer und Duathleten, vom ambitionierten Amateur bis hin zum Profi. Dazu gehören auch zwei Profiathleten: Marit Lindemann sowie Fabian Kraft, den ich noch aus meiner Zeit am Stützpunkt in Saarbrücken kenne und der seit Ende 2024 mit mir arbeitet. Mit beiden konnten wir bereits erste schöne Erfolge feiern, was mich natürlich besonders freut.


Was mir in der Zusammenarbeit besonders wichtig ist, ist der enge und ehrliche Austausch. Ich bin überzeugt, dass gute Kommunikation die Grundlage für jede erfolgreiche Trainingsplanung ist. Genau diese Arbeit erfüllt mich.


Vielen lieben Dank, Rebecca! Wir wünschen dir im Namen des gesamten Teams von Hannes Hawaii Tours ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg und für deine Karriere als Trainerin. Für alle sportlichen Herausforderungen, die vor dir liegen, wünschen wir dir jede Menge Energie, Freude und Durchhaltevermögen. Bleib mutig, glaub an dich und verfolge deinen Weg mit voller Leidenschaft. Es würde uns sehr freuen, dich eines Tages in einem unserer Camps als Trainerin wiederzusehen.




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