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Der Mythos Ironman Hawaii – Die Geschichte der Eisenmänner | Teil 2

  • Autorenbild: HHT Team
    HHT Team
  • 2. Jan.
  • 17 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Jan.

Alle veröffentlichten Teile


Die 1990er: Die goldene Ära von Mark Allen, Paula Newby-Fraser und den deutschen Helden


Die 1990er Jahre, ein Jahrzehnt, in dem der Ironman Hawaii endgültig zur größten Bühne des Triathlons wurde. Es war die Zeit, in der Legenden geboren und Grenzen verschoben wurden. Eine Ära, in der zwei Namen den Mythos prägten wie keine anderen: Mark Allen und Paula Newby-Fraser.


Allen, der „Zen-Master“ von Kona, verwandelte Niederlagen in innere Stärke und dominierte den Ironman fast ein Jahrzehnt lang. Newby-Fraser, die „Queen of Kona“, lief, kämpfte und siegte mit einer Eleganz und Konsequenz, die den Sport neu definierte, achtmal sollte sie am Ende auf dem Thron stehen.


Doch die 90er waren auch die Zeit, in der die deutschen Triathleten ihren Durchbruch feierten. Mit dem legendären Dreifach-Erfolg der deutschen Männer schrieb Kona 1997 ein Stück Sportgeschichte, das bis heute Gänsehaut verursacht.


Der Mythos Ironman Hawaii wuchs in diesen Jahren über sich hinaus, wurde global, professionell und zugleich emotionaler denn je. Es war das Jahrzehnt der großen Kämpfe, stillen Helden und unvergesslichen Zieleinläufe.



1990 – Ein neues Zeitalter für den Mythos Ironman Hawaii


1990 war ein Jahr des Wandels, ein Jahr, in dem sich der Ironman Hawaii vom leidenschaftlichen Pionierprojekt zur globalen Marke entwickelte. Es war der Moment, in dem sich die Vision von Valerie Silk vollendete und gleichzeitig der Beginn einer neuen Ära, in der der Mythos Ironman die Welt eroberte.


Ein Abschied mit Vermächtnis

Nach zwölf ereignisreichen Jahren verkaufte Valerie Silk die Hawaii Triathlon Corporation, einschließlich aller Rechte an den Marken Ironman und Ironman Triathlon World Championship, für 3 Millionen US-Dollar an den amerikanischen Augenarzt und Unternehmer James Pitzer Gills.


Was Silk bis dahin aufgebaut hatte, war mehr als ein Unternehmen. Es war ein globales Netzwerk aus Träumen, Leidenschaft und eiserner Disziplin. Bereits 21 Qualifikationsrennen in den USA zählten damals zum Ironman-System, dazu kamen fünf internationale Lizenzpartner, die Ironman-Lotterie und starke Markenpartner wie Timex, die für die Nutzung des berühmten „M-Dot“-Logos zahlten.


Was 1981 mit 950 Volunteers begann, war 1990 auf 3.500 Helferinnen und Helfer angewachsen. Menschen, die den Geist von Kona trugen und das Rennen jedes Jahr zu etwas Einzigartigem machten.


Die Geburt der World Triathlon Corporation

Mit dem Verkauf wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: Gills benannte das Unternehmen in World Triathlon Corporation (WTC) um und begann gemeinsam mit Lew Friedland, das Ironman-Imperium weiter auszubauen.


Jahr für Jahr kamen neue Qualifikationsrennen hinzu. Von Australien über Europa bis nach Südamerika. Das Ironman-Logo prangte bald überall: auf Kleidung, Sonnenbrillen, Sporttaschen, Waagen. Es wurde ein Symbol für Stärke, Ausdauer und Stolz.


Ironman World Championship Cap

Mark Allen, der Titelverteidiger auf Hawaii

Auch sportlich markierte 1990 den Beginn einer neuen Ära. Der verletzte Dave Scott fehlte. Und so übernahm sein langjähriger Rivale Mark Allen endgültig die Bühne. Nach seinem historischen Sieg im „Iron War“ von 1989 sicherte sich Allen nun seinen zweiten Titel in Kailua-Kona und begann damit eine Dominanz, die fast ein Jahrzehnt andauern sollte.


Bei den Frauen triumphierte Erin Baker aus Neuseeland, ebenfalls zum zweiten Mal. Sie war die perfekte Mischung aus Eleganz, Konsequenz und unerschütterlicher Willenskraft. Eine würdige Königin von Kona.



Deutsche Stärke auf hawaiianischem Boden

Auch die deutschen Athleten zeigten wieder Flagge. Jürgen Zäck wurde mit einem starken achten Platz erneut bester Deutscher, während Dirk Aschmoneit als Dreizehnter und Wolfgang Dittrich, einmal mehr schnellster Schwimmer des Tages, als Achtzehnter finishten.


Seit diesem Jahr führte die Laufstrecke nicht mehr über den Flughafen, sondern über den neuen Wendepunkt am Natural Energy Lab. Ein Ort, der seither zum Synonym für den Kampf gegen die letzten Kilometer und den eigenen Körper wurde.



1991 – Die Krönung der Champions


1991 war das Jahr, in dem sich der Mythos Ironman Hawaii fest in den Geschichtsbüchern des Sports verankerte. Es war ein Jahr, das von zwei Namen geprägt wurde, die wie kaum andere für Stärke, Beständigkeit und den Geist von Kona stehen: Mark Allen und Paula Newby-Fraser.


Mark Allen, der Triplesieger auf Hawaii

Nach seinem legendären Triumph 1989 und der souveränen Titelverteidigung 1990 stand Mark Allen 1991 erneut ganz oben auf dem Podium. Zum dritten Mal in Folge gewann der Kalifornier den Ironman Hawaii und zementierte damit seinen Ruf als „The Man to Beat“.


Was Allen so besonders machte, war nicht nur seine physische Stärke, sondern seine mentale Ruhe. Inmitten der Hitze, der Winde und der Qual behielt er eine Gelassenheit, die fast übermenschlich wirkte. Für ihn war Kona längst mehr als ein Wettkampf, es war eine spirituelle Prüfung.


Paula Newby-Fraser, ein Vorbild für Generationen

Auch bei den Frauen war 1991 ein Jahr der Superlative. Paula Newby-Fraser triumphierte erneut über ihre langjährige Rivalin Erin Baker und sicherte sich bereits ihren vierten Sieg auf Hawaii.


Sie war nicht nur eine Ausnahmeathletin, sondern ein Vorbild für Generationen. Die Frau, die bewies, dass mentale Härte und Anmut sich nicht ausschließen.



Deutsche Stärke im Pazifik

Auch aus deutscher Sicht hatte das Jahr Grund zur Freude. Wolfgang Dittrich, der Ausnahmeschwimmer aus Neuss, kam erneut als Erster aus dem Wasser, ein Ritual, das Kona inzwischen kannte. Er verteidigte seine Führung lange bis auf die Laufstrecke und finishte schließlich als Fünfter. Er wurde in dem Jahr bester Deutscher.


Neue Partner, neue Dimensionen

Hinter den Kulissen veränderte sich 1991 vieles. Nach zehn Jahren Partnerschaft mit ABC übernahm nun NBC die Medienrechte und verdoppelte die Sendezeit der Ironman-Dokumentation auf 90 Minuten.


Der Ironman wurde damit stärker ins amerikanische Wohnzimmer getragen als je zuvor. Millionen Zuschauer sahen die Geschichten der Athleten, ihre Kämpfe, ihre Tränen, ihren Triumph. Kona wurde zur Bühne für Emotionen, live und weltweit.


Zudem übernahm Gatorade den Platz von Bud Light als neuer Titelsponsor. Das war ein klares Zeichen, dass der Ironman Hawaii weiter wuchs und sich als ernsthafte, globale Marke etablierte.



1992 – Rekorde, Rivalitäten und der Beginn einer neuen Ära


1992 war ein Jahr, das in die Geschichte des Ironman Hawaii einging. Ein Jahr, in dem Grenzen gesprengt, neue Rekorde aufgestellt und die Weichen für die Zukunft des Sports gestellt wurden. Es war ein Jahr voller Emotionen, geprägt von der unaufhaltsamen Dominanz zweier Namen: Mark Allen und Paula Newby-Fraser.


Paula Newby-Fraser, die Frau, die Geschichte schrieb

Sie war längst eine Legende, doch 1992 setzte Paula Newby-Fraser ihrer Karriere die Krone auf. Mit einer Zeit von 8:55:28 Stunden unterbot sie als erste Frau überhaupt die magische Neun-Stunden-Grenze beim Ironman Hawaii. Ein Meilenstein, der fast zwei Jahrzehnte Bestand haben sollte.


Ihr Rennen war ein Lehrstück in Perfektion: kontrolliert, effizient, stark. Newby-Fraser dominierte den Kurs mit der Gelassenheit einer Königin, die weiß, dass ihr Reich sicher ist. Ihr Rekord blieb bis ins Jahr 2009 unantastbar.


Die Deutschen auf der Jagd nach Sekunden

Wie schon so oft begann das Rennen mit einem vertrauten Bild: Wolfgang Dittrich stieg erneut als Erster aus dem Wasser, elegant und kraftvoll, ein Zeichen für seine Weltklasse im Schwimmen.


Doch diesmal kam Druck von hinten. Jürgen Zäck, der deutsche „Powerbiker“, flog auf der Radstrecke über den Asphalt von Kona und stellte einen neuen Streckenrekord auf. Mit atemberaubender Geschwindigkeit überholte er Dittrich und wechselte als Erster auf die Laufstrecke.


Am Ende mussten sich beide auf der Laufstrecke geschlagen geben, doch sie lieferten ab: Dittrich belegte Rang vier, Zäck Rang fünf. Zwei Deutsche unter den Top 5, ein starkes Zeichen in einer Ära, die vom Aufstieg des deutschen Triathlons geprägt war.


Mark Allen, der Zen-Meister in Bestform

An der Spitze entfaltete sich erneut ein Drama der besonderen Art. Mark Allen, der unerschütterliche Meister von Kona, lieferte sich ein packendes Duell mit dem Chilenen Christian Bustos. Ein Kampf, der erst auf der Laufstrecke entschieden wurde.


Allen zeigte einmal mehr seine mentale Stärke. Mit ruhigem Atem und kontrolliertem Rhythmus setzte er sich ab und gewann in 8:09:08 Stunden, einem neuen Streckenrekord. Es war ein weiteres Meisterwerk in der Karriere eines Mannes, der verstand, dass der Ironman nicht nur im Körper, sondern vor allem im Kopf entschieden wird.



Wandel hinter den Kulissen

Während auf der Strecke Geschichte geschrieben wurde, veränderte sich auch hinter den Kulissen die Landschaft des Ironman-Sports. David Yates übernahm 1992 den Posten des CEO der World Triathlon Corporation (WTC). Doch mit seinem Amtsantritt begann eine Phase wachsender Spannungen. Zwischen der kommerziellen WTC und der International Triathlon Union (ITU), dem 1989 gegründeten Weltverband.


Die ITU strebte nach olympischer Anerkennung. Ein Ziel, das durch die parallele Nutzung des Titels „Ironman Triathlon World Championship“ ohne Abstimmung mit den Verbänden gefährdet schien. ITU-Präsident Les McDonald schlug einen Kompromiss vor: Ein Vertrag, der den Ironman Hawaii für zehn Jahre offiziell als Weltmeisterschaft anerkennen sollte, bevor andere Veranstalter sich um die Austragung bewerben könnten.


Doch Yates lehnte mit den legendären Worten ab:

„Wir waren zuerst da.“

Damit war klar: Der Ironman ging seinen eigenen Weg. Unabhängig, stolz und unbeirrbar.


Lanzarote, das Tor nach Europa

Auch geografisch wuchs der Mythos weiter: Am 4. Juni 1992 fand der erste Ironman Lanzarote statt. Zunächst im ruhigen Playa Blanca, ab dem folgenden Jahr dann in Puerto del Carmen. Damit entstand der zweite europäische Qualifier, berühmt für seine enorme Herausforderung, die heftigen Winde und die endlosen Anstiege. Ein Paradies für all jene, die das Leiden lieben.



1993 – Ironman Hawaii – eine deutsche Erfolgsgeschichte


1993 war das Jahr, in dem die deutschen Triathleten auf Hawaii endgültig in der Weltspitze ankamen. Es war ein Rennen, das den Beweis lieferte: Der Weg nach Kona führte längst nicht mehr nur über Amerika. Zwischen Lavafeldern, Wind und Wellen mischten nun auch Athleten aus Deutschland den Mythos Ironman auf. Entschlossen, stark und voller Leidenschaft.


Wolfgang Dittrich, der Weg aufs Podest

Zum fünften Mal in Folge eröffnete Wolfgang Dittrich das Rennen auf seine unverwechselbare Weise: Als Erster aus dem Wasser stieg er aus der Brandung von Kailua Bay und setzte sich an die Spitze. Was für viele schon zur Routine geworden war, bekam diesmal eine neue Dimension.


Dittrich fuhr ein taktisch kluges Rennen, ließ sich auf dem Rad nur von zwei Männern überholen. Mark Allen, der unantastbare König von Kona, und Pauli Kiuru aus Finnland. Mit eiserner Konstanz kämpfte sich Dittrich durch die Laufstrecke und erreichte nach 8:20:13 Stunden das Ziel, als Dritter.


Damit stand erstmals in der Geschichte des Ironman Hawaii ein Deutscher auf dem Podium. Ein historischer Moment und ein Symbol dafür, dass der deutsche Triathlon auf dem Vulkanboden von Hawaii angekommen war.



Die Macht der deutschen Radfahrer

Auch Jürgen Zäck machte wieder von sich reden. Der Powerbiker aus Koblenz unterbot mit einer Zeit von 4:27:42 Stunden seinen eigenen Rekord auf der Radstrecke. Eine Marke, die noch Jahre später ehrfürchtig zitiert wurde.


Er finishte als Fünfter, dicht gefolgt von zwei weiteren Deutschen: Holger Lorenz auf Platz acht und Olaf Sabatschus auf zehn. Mit vier deutschen Athleten in den Top Ten war 1993 das bis dahin erfolgreichste Jahr für den deutschen Triathlonsport in Kona. Und das Beste: Die Ära der Deutschen hatte gerade erst begonnen.


Mark Allen, der unantastbare Meister

An der Spitze spielte sich ein vertrautes Schauspiel ab. Mark Allen, der Zen-Meister von Kona, ließ sich auch diesmal nicht bezwingen. In beeindruckender Ruhe arbeitete er sich nach vorne, überholte auf dem Rad und kontrollierte das Rennen auf der Laufstrecke.


Sein Sieg war mehr als nur eine Titelverteidigung. Es war eine Machtdemonstration der mentalen Stärke, für die er berühmt war. Allen war nicht nur der Schnellste, er war der Inbegriff dessen, was der Ironman ausmacht: Fokus, Geduld und Glauben an sich selbst.


Paula Newby-Fraser, die Queen of Kona

Und wieder schrieb sie Geschichte: Paula Newby-Fraser, die Frau, die den Ironman Hawaii definierte wie keine andere. Mit ihrem sechsten Sieg in Kona festigte sie ihren Status als „Queen of Kona“ – und das in überragender Manier.


In einer Zeit von 4:48:30 Stunden stellte sie einen neuen Streckenrekord auf der Radstrecke auf. Eine Bestmarke, die ganze 17 Jahre Bestand haben sollte.


Für Deutschland sorgte eine neue Athletin für Aufsehen: Ute Mückel, bei ihrem ersten Start auf Hawaii, wurde zwölfte und war damit schnellste Deutsche.



1994 – Neue Helden betreten die Ironman-Bühne


1994 war ein Jahr des Umbruchs und ein Jahr, das zeigte, wie sehr der Ironman Hawaii zu einem globalen Phänomen geworden war. Während Legenden pausierten, betraten neue Gesichter die Bühne. Und auch wenn der Sieg diesmal in australische Hände ging, blieben die deutschen Athleten das Maß der Dinge auf der Insel der Eisenmänner.


Neue Namen, neue Sieger

In Abwesenheit von Mark Allen und Wolfgang Dittrich schien das Rennen völlig offen. Jürgen Zäck, der deutsche Radgigant, nutzte seine Chance. Mit einer kraftvollen Fahrt durch die Lavafelder schob er sich an die Spitze und wechselte nur wenige Sekunden hinter Ken Glah auf die Laufstrecke.


Zäck setzte sich kurzzeitig in Führung. Doch dann kam der Mann des Tages: Greg Welch aus Australien. In 8:20:27 Stunden wurde er der erste Nicht-Amerikaner, der den Ironman Hawaii gewann. Ein Sieg, der die internationale Zukunft des Sports besiegelte.


Hinter ihm überraschte die Rückkehr einer Legende: Dave Scott, mit 40 Jahren längst ein Symbol für Langlebigkeit und Willenskraft, erkämpfte sich in 8:24:32 Stunden Platz zwei, Er stellte damit eine Altersklassen-Bestzeit auf, die noch Jahre Bestand haben sollte. Dritter wurde der Amerikaner Jeff Devlin, Jürgen Zäck folgte als starker Vierter.


Die nächste Generation der Deutschen

Doch hinter Zäck formierte sich bereits die nächste Welle deutscher Spitzenathleten. Die erst 23-jährigen Olaf Sabatschus und Lothar Leder zeigten ein beeindruckendes Rennen und belegten die Plätze fünf und sechs.


Vier weitere Deutsche landeten zwischen den Rängen zwölf und sechzehn. Ein Beweis, dass Deutschland 1994 zur dominierenden Nation in der Ironman-Welt avancierte.


Starke Frauen, starke Leistungen

Auch bei den Frauen zeigte sich ein vertrautes Bild: Ute Mückel war erneut schnellste Deutsche. Diesmal mit einem großartigen sechsten Platz. Sabine Westhoff folgte auf Rang acht, Ines Estedt auf Rang neun.

Drei deutsche Frauen in den Top Ten. Ein weiterer Beweis für die Tiefe und Qualität des deutschen Triathlons in diesen Jahren.



Ein Rennen voller Geschichten

1994 schrieb aber nicht nur sportliche Geschichte. Zum ersten Mal nahm mit Jon Franks ein Rollstuhlfahrer am Ironman Hawaii teil. Ein Symbol für Inklusion, Mut und den wahren Geist dieses Rennens: Jeder, der sich traut, darf Teil des Mythos werden.


Unter den Zuschauern stand an diesem Tag ein Mann, der später selbst ein Stück Ironman-Geschichte schreiben sollte: Kurt Denk aus Hessen, war fasziniert von der Atmosphäre auf Big Island. 2002 gründete er schließlich den Ironman Germany in Frankfurt, der heute als Europas „Tor nach Kona“ gilt.



1995 – Triumph, Tragödie und der letzte Tanz des Königs


1995 war ein Jahr, das in die Geschichte des Ironman Hawaii einging. Als eines der emotionalsten, dramatischsten und zugleich legendärsten Rennen aller Zeiten. Es war das Jahr, in dem Paula Newby-Fraser tragisch scheiterte, Mark Allen zum letzten Mal triumphierte und Deutschland seine stärkste Mannschaftsleistung bis dahin zeigte.


Paula Newby-Fraser, der Sturz einer Legende

Es sollte ihr achter Sieg werden, eine Krönung ihrer beispiellosen Karriere. Stundenlang dominierte Paula Newby-Fraser das Rennen, elegant und souverän wie so oft. Die Sonne brannte, die Zuschauer jubelten. Alles deutete auf einen weiteren Triumph der „Queen of Kona“ hin.


Doch nur 400 Meter vor dem Ziel geschah das Unfassbare: Völlig entkräftet, entgleist von Dehydrierung und Erschöpfung, kollabierte sie, direkt vor den Augen der Welt. Minutenlang lag sie am Boden, ehe sie sich, von purer Willenskraft getrieben, wieder aufrappelte.


Über 20 Minuten nach der Siegerin schleppte sich Newby-Fraser schließlich als Vierte ins Ziel. Zum einzigen Mal in ihrer Karriere außerhalb des Podiums. Ein Moment, der um die Welt ging.


Beste Deutsche wurde erneut Ute Mückel mit einem starken siebten Platz, gefolgt von Katja Mayer auf Rang vierzehn.



Die Männer, das Duell der Titanen

Auch das Männerrennen wurde zur Legende. Lars Jorgensen (USA) eröffnete den Tag mit einem Rekord: In 46:44 Minuten stieg er als Erster aus dem Pazifik. Eine Schwimmzeit, die bis 2017 Bestand haben sollte.


Doch der wahre Paukenschlag kam auf dem Rad: Der erst 24-jährige Thomas Hellriegel, bei seinem ersten Start auf Hawaii, stürmte mit einem neuen Radrekord an allen Favoriten vorbei. Die Welt staunte und Kona hielt den Atem an. Mit einem Vorsprung von 13 Minuten ging Hellriegel auf die Laufstrecke. Doch hinter ihm lauerte ein Mann, den Kona nie vergessen würde: Mark Allen.


Ruhig, kontrolliert und gnadenlos arbeitete sich der sechsfache Champion heran. Fünf Kilometer vor dem Ziel zog Allen vorbei und gewann in seiner gewohnten Manier: mit Demut, mentaler Stärke und der Eleganz eines wahren Meisters. Es war sein sechster und letzter Sieg auf Hawaii. Der Abschluss einer Ära.


Hellriegel wurde Zweiter, knapp geschlagen, aber als neuer Stern am Triathlonhimmel gefeiert. Rainer Müller-Hörner, ebenfalls Hawaii-Debütant, überraschte mit einem grandiosen dritten Platz. Dahinter folgten Jürgen Zäck und Lothar Leder auf den Rängen sieben und acht.


Insgesamt befanden sich neun deutsche Männer unter den ersten einundzwanzig. Ein Rekordergebnis, das Deutschlands Status als Ironman-Nation endgültig festigte.


Zeiten des Wandels

1995 war auch ein Jahr der Umbrüche abseits der Strecke. Gatorade trat zum letzten Mal als Titelsponsor des Ironman Hawaii auf. Das war das Ende einer Partnerschaft, die eine ganze Ära geprägt hatte.


Gleichzeitig spitzte sich der Konflikt zwischen der World Triathlon Corporation (WTC) und der International Triathlon Union (ITU) weiter zu. Die ITU drohte Athleten, die bei den „selbsternannten Weltmeisterschaften“ in Hawaii starteten, mit Sperren für offizielle ITU-Rennen. Sogar der amerikanische Verband USA Triathlon (USAT) wurde aufgefordert, dem Ironman Hawaii die Genehmigung zu entziehen.


Doch Kona blieb standhaft. Der Ironman Hawaii ließ sich nicht vereinnahmen. Nicht von Politik, nicht von Bürokratie, nicht von Regeln.



1996 – Der europäische Sturm auf den Mythos Ironman


1996 stand der Ironman Hawaii ganz im Zeichen eines neuen Kapitels. Die alten Helden waren gegangen. Mark Allen hatte seinen letzten Sieg gefeiert und sich verabschiedet und die neue Generation war bereit, das Erbe anzutreten. An der Spitze: Thomas Hellriegel, der Mann mit dem eisernen Willen, und ein belgischer Newcomer, der an diesem Tag Geschichte schreiben sollte.


Thomas Hellriegel, der Hammer auf zwei Rädern

Er war der große Favorit, der Mann, der im Vorjahr nur um Haaresbreite den Sieg verpasst hatte. Und auch 1996 machte Thomas Hellriegel keine halben Sachen. Schon auf dem Rad zündete er ein Feuerwerk und unterbot seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr, in 4:24:50 Stunden.


Neun Jahre lang sollte diese Marke bestehen bleiben. Hellriegel flog förmlich durch die Lavawüste, unbeeindruckt von Wind und Hitze, getrieben vom Willen, endlich ganz oben zu stehen.


Luc Van Lierde, der belgische Durchbruch

Doch hinter ihm lauerte ein Mann, den in Kona noch niemand auf dem Zettel hatte: Luc Van Lierde, Belgier, amtierender Vize-Weltmeister auf der Kurz- und Langdistanz – und zum ersten Mal überhaupt bei einem Ironman am Start.


Mit einer Wildcard ins Rennen gegangen, hielt Van Lierde Hellriegels Tempo, musste jedoch eine dreiminütige Zeitstrafe in der Wechselzone absitzen. Hellriegel nutzte die Gelegenheit, baute seinen Vorsprung auf fast viereinhalb Minuten aus, doch der Belgier kam zurück.


Wie im Jahr zuvor Mark Allen, zog Van Lierde auf der Laufstrecke an Hellriegel vorbei. An exakt derselben Stelle. Er siegte mit einem Vorsprung von 110 Sekunden und wurde damit der erste Europäer, der den Ironman Hawaii gewann und zugleich der erste Rookie, der beim Debüt den Mythos bezwang.


Mit einer Gesamtzeit von 8:04:08 Stunden stellte Van Lierde einen neuen Streckenrekord auf, der unglaubliche 15 Jahre Bestand haben sollte. Hellriegel wurde erneut Zweiter, Alexander Taubert belegte einen starken sechsten Platz, ein weiterer Beweis für die deutsche Ausdauerelite dieser Jahre.



Paula Newby-Fraser, die letzte Krönung einer Königin

Auch bei den Frauen endete eine Ära. Paula Newby-Fraser triumphierte zum achten und letzten Mal in 9:06:49 Stunden. Ein Abschied in Würde, in Stärke, in purer Größe.


Doch die Zukunft zeichnete sich bereits ab: Während Newby-Fraser eine dreiminütige Zeitstrafe absitzen musste, übernahm Natascha Badmann aus der Schweiz erstmals die Führung. Die Frau, die später selbst zur „Queen of Kona“ werden sollte.


Am Ende gewann Newby-Fraser dennoch souverän, aber man spürte: Die Zeit der neuen Generation war gekommen.


Beste Deutsche wurde erneut Ute Mückel, diesmal mit einem herausragenden fünften Platz. Der bis dahin besten Platzierung einer deutschen Frau auf Hawaii. Dahinter folgten Bettina Ernst (18., Schweiz), Katja Mayer (19.), Katja Schumacher (21.) und Heike Funk (22.) Ein starkes europäisches Feld, das zeigte: Kona gehört nicht mehr allein den Amerikanern.


Europa im Aufwind

Auch in Europa tat sich etwas: In Zürich wurden beim inzwischen dritten europäischen Qualifier erstmals 40 Startplätze für Hawaii vergeben. Damals noch unter dem Namen „Euroman“, der später zum legendären Ironman Switzerland werden sollte.



1997 – Deutschland krönt sich auf Hawaii


1997 war das Jahr, in dem der Mythos Ironman Hawaii schwarz-rot-gold leuchtete. Was Jahrzehnte lang von Amerikanern und Australiern dominiert wurde, wurde an diesem Tag zur Bühne für deutsche Triathlon-Geschichte. Die Lavafelder von Kona sahen die Geburtsstunde einer neuen Macht.


Das Jahr der deutschen Helden

Es war der perfekte Tag. Der Himmel klar, die Hitze gnadenlos. Deutschland war bereit für den größten Erfolg seiner Ironman-Geschichte. In Abwesenheit des Vorjahressiegers Luc Van Lierde nutzten drei Männer ihre Chance, um Geschichte zu schreiben.


Thomas Hellriegel krönte sich in 8:33:01 Stunden zum ersten deutschen Sieger beim Ironman Hawaii. Nach Jahren des Kämpfens, nach unzähligen Anläufen, nach zweimal Platz zwei. Endlich stand er ganz oben auf dem Podest.


Hinter ihm folgten zwei, die den Erfolg komplett machten: Jürgen Zäck auf Platz zwei in 8:39:18 Stunden und Lothar Leder auf drei in 8:40:30 Stunden.


Damit gelang etwas, das es in der Geschichte des Ironman Hawaii noch nie gegeben hatte: Drei Athleten aus demselben Land belegten alle Podestplätze. Ein deutsches Triple, das Kona in Ehrfurcht erstarren ließ.


Deutsches Podium auf Hawaii

Die halbe Top Ten in deutscher Hand

Doch damit nicht genug: Mit Holger Lorenz auf Platz acht und Alexander Taubert auf neun kamen fünf Deutsche in die Top Ten. Innerhalb von nur dreißig Minuten nach Hellriegel erreichten zudem sieben weitere deutsche Athleten zwischen Platz 15 und 23 das Ziel.


Der Ironman Hawaii war endgültig fest in deutscher Hand. Eine Machtdemonstration, wie sie der Triathlon bis dahin nicht gesehen hatte.



Hitze, Dramen und ein legendäres Frauenrennen

Während die deutschen Männer jubelten, kämpften die Frauen mit den Elementen. Die Kanadierin Heather Fuhr bewies die beste Rennstrategie und gewann dank einer herausragenden Marathonzeit. 15 Minuten schneller als jede andere Top-5-Athletin.


Hinter ihr spielte sich ein Moment ab, der zum Sinnbild der Kona-Dramatik wurde: Sian Welch und Wendy Ingraham erreichten das Ziel auf allen vieren krabbelnd, völlig dehydriert und entkräftet.


Für die deutschsprachigen Athletinnen verlief das Rennen dagegen bitter: Ute Mückel kam nach 49:57 Minuten, mit neuem Schwimmstreckenrekord als erste Frau aus dem Wasser. Sie musste ihr Rennen jedoch auf der Laufstrecke erstmals abbrechen.


Auch Natascha Badmann und Paula Newby-Fraser gaben erschöpft auf. Sie alle wurden Opfer der extremen Bedingungen, die an diesem Tag für einige der langsamsten Finisherzeiten des gesamten Jahrzehnts sorgten.


Schnellste Deutsche wurde Katja Mayer auf Platz 19, während Katja Schumacher ebenfalls nicht ins Ziel kam.


Ein Wendepunkt hinter den Kulissen

Während auf Hawaii Geschichte geschrieben wurde, kam auch die politische Seite des Sports in Bewegung. Am 15. Mai 1998, wenige Monate nach dem Rennen, einigten sich schließlich WTC, USAT und ITU auf einen lang ersehnten Vergleich:


Die World Triathlon Corporation durfte den Titel „Ironman Triathlon World Championship“ weiterhin nutzen. Allerdings mit der Klarstellung, dass es sich dabei nicht um eine offiziell durch den Weltverband anerkannte Weltmeisterschaft handelte.


Im Gegenzug verpflichtete sich die ITU, das Drafting (Windschattenfahren) künftig nur noch bei Elite- und Juniorenrennen zuzulassen. Nicht jedoch bei den beliebten Altersklassenrennen.


Kurz darauf übernahm Lew Friedland den Posten als CEO der WTC und damit die Verantwortung, den Ironman in eine neue Ära zu führen.



1998 – Zwischen Sturm, Schmerz und Schweizer Glanz


Das Jahr 1998 war eines der Extreme, auf und neben der Strecke. Heftige Winde peitschten über die Lavafelder, Sand wirbelte durch die Luft, und das Meer zeigte sich so wild wie selten zuvor. Kona präsentierte sich von seiner gnadenlosesten Seite und forderte alles von den Athleten, die sich dem Mythos Ironman stellten.


Jürgen Zäck, vom Hoffnungsträger zum Sinnbild der Härte

Nach dem historischen deutschen Dreifach-Erfolg im Vorjahr ruhte die Hoffnung erneut auf Jürgen Zäck, dem kraftvollen Radfahrer aus Koblenz. Und tatsächlich sah es lange so aus, als könnte er den deutschen Triumph wiederholen.


Trotz einer Reifenpanne bei Kilometer 90 wechselte Zäck als Erster auf die Laufstrecke. Knapp vor Titelverteidiger Thomas Hellriegel. Doch dann kam das, was jeden Athleten auf Hawaii fürchten lässt: Der Körper machte dicht.


Von Magenkrämpfen geplagt und von der Hitze zermürbt, verwandelten sich die letzten zwölf Kilometer in einen Albtraum. Zäck schleppte sich weiter, Schritt für Schritt, spuckte Blut und erreichte schließlich als 246. das Ziel. Ein Sinnbild für das, was den Ironman ausmacht: Aufgeben ist keine Option.



Kanada, Belgien und Deutschland auf dem Podium

An der Spitze übernahm Peter Reid aus Kanada das Kommando. In einem taktisch klugen Rennen nutzte er die Schwächen seiner Gegner, lief kontrolliert und fokussiert. So sicherte er sich seinen ersten Sieg auf Hawaii.


Dahinter zeigte sich der wiedererstarkte Luc Van Lierde, der Belgier, der zwei Jahre zuvor den Streckenrekord aufgestellt hatte, als Zweiter.


Für Deutschland rettete Lothar Leder die Ehre: Mit dem schnellsten Marathon des Tages kämpfte er sich auf Rang drei und wiederholte damit seine Podestplatzierung aus dem Vorjahr. Hinter ihm komplettierten Thomas Hellriegel (8.) und Rainer Müller-Hörner (9.) ein starkes deutsches Teamergebnis.


Auch Lars Jorgensen (USA) sorgte kurzzeitig für Aufsehen: Er verließ das Wasser nach unglaublichen 46:41 Minuten, doch da er das Rennen nicht beendete, wurde die Zeit nicht als offizieller Schwimmrekord gewertet.


Natascha Badmann, die Geburt einer neuen Königin

Bei den Frauen begann eine neue Ära. Die Schweizerin Natascha Badmann feierte ihren ersten von insgesamt sechs Siegen auf Hawaii (weitere folgten 2000, 2001, 2002, 2004 und 2005) Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere.


Badmann lief mit einem Lächeln, das zum Markenzeichen wurde, durch Hitze, Wind und Schmerz. Getragen von mentaler Stärke und schweizer Präzision. Ihr Sieg markierte den Start der Schweizer Dominanz auf der Vulkaninsel.


Titelverteidigerin Heather Fuhr aus Kanada stellte derweil mit 3:04:02 Stunden einen neuen Streckenrekord im Marathon auf.


Beste Deutsche wurde Katja Schumacher auf Platz zwölf. Eine solide Leistung in einem Rennen, das von Extremen geprägt war.


20 Jahre Ironman Hawaii, eine emotionale Rückkehr

1998 war nicht nur ein sportliches, sondern auch ein symbolisches Jahr: Zum 20-jährigen Jubiläum des Ironman Hawaii kehrte der Gründer selbst zurück. Commander John Collins, der 1978 die Idee des Triathlons aus Schwimmen, Radfahren und Laufen ins Leben rief, stand wieder an der Startlinie und finishte nach 16:30:02 Stunden.


Sechs der fünfzehn Starter der Premierenveranstaltung waren 20 Jahre später wieder dabei, sieben weitere von damals kamen als Gäste nach Kona. Ein emotionaler Moment, der den Kreis schloss, von den Anfängen auf Oʻahu bis zur Weltbühne in Kailua-Kona.


Wettkampfreisen



1999 – Neue Wege, alte Helden und ein Jahr der Premieren


Das Jahr 1999 markierte einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Ironman. Überall auf der Welt wuchs das Netzwerk der Qualifikationsrennen, und was einst auf einer kleinen Pazifikinsel begann, war längst zu einem globalen Phänomen geworden. Doch trotz aller Expansion blieb Kailua-Kona das Herz des Mythos. Der Ort, an dem Legenden geboren wurden.


Ironman wächst, Lake Placid, Klagenfurt und die Welt

Am 5. August 1999 fand auf dem amerikanischen Festland ein besonderes Rennen statt: Mit dem Ironman USA in Lake Placid wurde erstmals ein Wettkampf über die volle Ironman-Distanz unter offizieller WTC-Lizenz in den Vereinigten Staaten ausgetragen.


Zwar gab es auch zuvor schon unzählige Möglichkeiten, sich in den USA für Hawaii zu qualifizieren. Etwa über Triathlons wie Saint Anthony’s, Wildflower, Gulf Coast oder EagleMan, meist über kürzere Distanzen. Doch Lake Placid war ein Statement: Der Ironman war nun mitten im Herzen der USA angekommen.


Gleichzeitig wuchs das Rennen auch in Europa weiter: Mit Klagenfurt startete der vierte europäische Qualifier, der später selbst Kultstatus erlangen sollte, als eine der schönsten Strecken weltweit.


Und auch die berühmte Ironman-Lotterie, die seit 1983 Hobbyathleten den Traum von Hawaii ermöglichte, wurde internationaler: Neben 150 Startplätzen für US-Amerikaner wurden erstmals 50 Plätze für internationale Teilnehmer vergeben. Der Ironman war endgültig ein globales Abenteuer geworden.



Drama auf der Radstrecke, Lothar Leder disqualifiziert

Sportlich versprach 1999 erneut Spannung pur. Doch das Rennen in Kona wurde von einer Kontroverse überschattet. Lothar Leder, der deutsche Ausnahmesportler und Topfavorit, lag auf der Radstrecke in Führung, als ihn ein Schicksalsschlag traf, der noch lange diskutiert wurde.


Er wurde disqualifiziert, weil ihm vorgeworfen wurde, im Windschatten eines Pressefahrzeugs gefahren zu sein. Ein Vorwurf, der unter den Athleten heftig umstritten blieb. Für Leder war es ein bitterer Rückschlag, für viele Zuschauer ein fragwürdiger Moment in einem sonst fairen Rennen.


Luc Van Lierde, der Belgier kehrt zurück

An der Spitze wiederholte Luc Van Lierde seinen Triumph von 1996. Mit einem kontrollierten, taktisch perfekten Rennen ließ er die Konkurrenz hinter sich und sicherte sich seinen zweiten Sieg auf Hawaii.


Hinter ihm zeigten die Schweizer Christoph Mauch und Olivier Bernhard ihre Klasse und belegten die Plätze vier und fünf. Bester Deutscher wurde in Abwesenheit des verletzten Jürgen Zäck (Bandscheibenvorfall) der Hawaii-Sieger von 1997, Thomas Hellriegel, mit einem starken sechsten Platz. Insgesamt schafften es sechs deutsche Männer unter die Top 20.


Rekorde im Wasser und starke Frauen

Auch im Wasser wurden Rekorde geschrieben: Jodi Jackson (USA) schwamm die 3,86 Kilometer in unglaublichen 48:43 Minuten. Eine Zeit, die bis heute ungebrochen ist.


Bei den Frauen lief es aus deutscher Sicht solide: Katja Schumacher wurde erneut beste Deutsche auf Platz fünfzehn, während an der Spitze internationale Athletinnen das Tempo bestimmten.

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