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Bianca Meusburger im Interview

  • Autorenbild: HHT Team
    HHT Team
  • 2. Apr.
  • 11 Min. Lesezeit

Früher war der Triathlon ihre Welt, heute ist es ihre Familie — und genau darin hat sie ihr neues Glück gefunden.


Privat


Es gibt Karrieren, die nicht nur wegen ihrer Ergebnisse in Erinnerung bleiben, sondern vor allem wegen der Geschichten, die sie erzählen. Bianca Meusburger (früher: Steurer) hat den österreichischen Triathlonsport über viele Jahre mitgeprägt. Mit großem Ehrgeiz, außergewöhnlicher Ausdauer und einer beeindruckenden Nähe zu ihren Rennen und Erfolgen. Vom Allgäu Triathlon über den Trans Vorarlberg bis hin zum Ironman Hawaii führte sie ihr Weg auf einige der schönsten und bedeutendsten Bühnen des Sports. Besonders das Jahr 2019 markierte dabei einen Höhepunkt: Österreichs Triathletin des Jahres, Staatsmeistertitel auf der Langdistanz und die Wiederholung des großen Traums von Hawaii. In diesem Interview spricht sie über emotionale Schlüsselmomente, unvergessliche Siege, den Zauber besonderer Orte und darüber, wie sie heute auf ihre Karriere und den Wandel des Triathlonports blickt.


Bianca, 2019 hast du deine erfolgreiche Profi-Karriere im Triathlon hinter dir gelassen und ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wenn du heute auf diese intensive Zeit zurückblickst: Was geht dir dabei durch den Kopf? Gibt es Momente, in denen du die langen Ausfahrten, harte Intervalle oder auch das Schwimmen noch vermisst oder genießt du inzwischen vor allem das Familienleben?

Mein letztes Rennen war der Ironman Hawaii 2019. Kurz danach wurde ich schwanger und mit der Geburt meiner Tochter Lea hat für mich ein ganz neuer, wunderschöner Lebensabschnitt begonnen. Ich kann ehrlich sagen: Mama zu sein ist für mich das Schönste auf der Welt. Ich liebe unser Familienleben sehr und könnte mir heute nicht mehr vorstellen, parallel dazu noch eine Profi-Karriere im Triathlon zu leben.


Sport gehört aber trotzdem weiterhin zu mir. Ich merke einfach, dass mir Bewegung guttut und ich mich damit ausgeglichener und wohler fühle. Ich gehe noch gerne laufen, fahre im Sommer Rennrad und habe mit dem Klettern ein neues Hobby gefunden, das mich total begeistert. Natürlich bin ich heute nicht mehr so fit wie zu meiner aktiven Zeit. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung. Ich blicke mit viel Dankbarkeit auf diese Jahre zurück und bin gleichzeitig froh, heute Sport ohne Druck und einfach aus Freude machen zu können.


Erst im Januar waren wir als Familie auf Gran Canaria. Dort konnte ich Rad fahren, laufen und klettern, ganz entspannt, ohne Trainingsplan und ohne Intervalle. Genau das habe ich sehr genossen.


Train Like a Pro

7 Jahre Profi-Triathlon, Top-Platzierungen von der Sprint- bis zur Langdistanz — da kommt einiges zusammen. Welcher Sieg ist dir bis heute ganz besonders im Kopf geblieben? Und was war es, das diesen Moment für dich so einzigartig gemacht hat?

Wenn ich an die Rennen denke, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind, dann gehört der Allgäu Triathlon auf jeden Fall dazu. Dort habe ich 2012 zum ersten Mal gewonnen und das war für mich ein ganz besonderer Moment. Ich war unglaublich stolz nach diesem Rennen.


Rückblickend war dieser Erfolg für mich ein echter Schlüsselmoment, weil er auch eng mit meinem Schritt in die Profi-Karriere verbunden war. Einen Sieg bei einem so renommierten und besonderen Rennen zu feiern, war deshalb etwas ganz Einmaliges und emotional sehr Bewegendes. Dass ich den Allgäu Triathlon 2015 sogar noch ein zweites Mal gewinnen würde, hätte ich mir damals selbst kaum vorstellen können.


Ein zweites Rennen, das mir sofort einfällt, ist mein erster Sieg beim Trans Vorarlberg. Auch das war ein absoluter Gänsehautmoment. Damals waren sehr starke Athletinnen am Start, und diesen Sieg ausgerechnet bei einem Heimrennen feiern zu dürfen, war für mich etwas ganz Besonderes.


Dass ich sowohl den Allgäu Triathlon als auch den Trans Vorarlberg jeweils zweimal gewinnen durfte, bedeutet mir bis heute enorm viel. Diese beiden Rennen zählen für mich ganz klar zu den schönsten und emotionalsten Erfolgen meiner Karriere.


Eigenes Archiv


Wenn man auf deine Geschichte mit dem Allgäu Triathlon schaut, spürt man sofort, dass dieses Rennen für dich etwas ganz Besonderes ist. 2011 warst du dort schon ganz vorne mit dabei und wurdest Zweite hinter Nina Eggert, 2012 kam dann dein erster Sieg. Und 2015 bist du als Profi zurück ins Allgäu gekommen und konntest wieder ganz vorne mitmischen. Wenn du heute daran zurückdenkst: Wie hat sich das damals angefühlt? War der Druck als Profi noch einmal ein anderer als in den Jahren davor? Was verbindet dich ganz persönlich mit dem Allgäu Triathlon? Welche Bilder, Emotionen oder vielleicht auch kleinen Geschichten sind dir von dort bis heute geblieben? Und natürlich müssen wir auch noch fragen: Wo stehen eigentlich deine Kuhschellen heute?

Der Allgäu Triathlon war für mich wirklich ein ganz besonderer Meilenstein, weil er im Grunde der Start für meine Profi-Karriere war. Nach diesem Rennen hat mein Trainer Lubos Bilek zu mir gesagt: „Nächstes Jahr starten wir bei den Profis.“ Dieser Moment hat sich bei mir tief eingeprägt und ich erinnere mich bis heute sehr gut daran. Überhaupt verbinde ich mit diesem Rennen unglaublich viele Emotionen. Ich weiß noch genau, wie die WhatsApp damals gekommen ist, ich war einfach nur überwältigt.


Was den Allgäu Triathlon für mich zusätzlich so besonders macht, ist die Landschaft. Die Region erinnerte mich sehr an unsere Heimat im Bregenzerwald. Ich empfinde das Allgäu als landschaftlich wunderschön. Auch die Strecken in den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen gefielen mir außerordentlich gut. Die gesamte Veranstaltung wirkte auf mich hervorragend organisiert und rundum gelungen.


Auch Hannes und sein Team von Hannes Hawaii Tours möchte ich besonders hervorheben. Ich habe schon im Trainingslager erlebt, wie unkompliziert, herzlich und professionell dort alles abläuft. Genauso war es später auch auf Hawaii. Es ist einfach unglaublich wertvoll, solche Menschen an seiner Seite zu haben. Menschen, die sich auskennen, unterstützen, helfen und immer ein offenes Ohr haben.


Zu den Kuhschellen: Die habe ich natürlich noch. Sie stehen bei mir im Keller, zusammen mit all den anderen Trophäen. Ehrlich gesagt weiß ich bis heute noch nicht so genau, was ich irgendwann einmal mit all diesen Erinnerungsstücken machen soll. Inzwischen bin ich eher minimalistisch eingestellt, und die drei großen Kisten voller Pokale und Trophäen stehen mir gelegentlich sogar ein wenig im Weg. Ich glaube, ich sollte davon einmal ein Foto machen und mir dann in Ruhe überlegen, was ich langfristig damit machen möchte oder wo sie einen passenden Platz finden könnten.


Der Trans Vorarlberg Triathlon war über viele Jahre hinweg ein ganz besonderes Rennen. Nicht nur für dich persönlich, sondern auch für viele Athletinnen und Athleten in Österreich. Du warst dort bei fünf Starts immer vorne mit dabei: 2014 auf Platz 4, 2015 mit deinem ersten Sieg, 2017 auf Platz 2 hinter Yvonne van Vlerken, 2018 erneut ganz oben auf dem Podium und 2019 im Rahmen der ÖTRV-Staatsmeisterschaften über die Mitteldistanz auf Platz 2 hinter Sylvia Gehnböck. 2020 wurde das Rennen dann leider zum letzten Mal ausgetragen.
Wenn du heute auf den Trans Vorarlberg zurückblickst: Was hat dieses Rennen für dich so besonders gemacht?

Zum Trans Vorarlberg muss ich wirklich sagen: Dieses Rennen war für mich immer etwas ganz Besonderes. Es war jedes Mal ein echtes Highlight und ich war immer unglaublich froh, wenn ich dort am Start stehen und Teil dieses Heimrennens sein durfte. Die Radstrecke führte praktisch direkt an meiner Haustür vorbei, viel näher konnte mir ein Rennen gar nicht sein.


Ich habe auf dieser Strecke unzählige Stunden im Training verbracht, bin den Hochtannbergpass immer wieder hochgefahren und habe mir dabei oft gedacht: Genau hier könntest du im Rennen attackieren. Das ich die Strecke so gut kannte und dort tagtäglich trainieren konnte, war natürlich ein großer Vorteil. Umso trauriger war es für mich, als bekannt wurde, dass der Trans Vorarlberg nicht mehr stattfinden wird.


Heute würde es mir schon reichen, einfach als Zuschauer dabei zu sein. Gerade weil das Rennen direkt vor der Haustür war, wäre es schön gewesen, es vielleicht irgendwann gemeinsam mit meinen Kindern zu erleben. Extra für Veranstaltungen weit zu fahren, mache ich heute eher nicht mehr, aber dort zuzuschauen, das hätte ich sehr gerne gemacht.


Ich verbinde mit dem Trans Vorarlberg wirklich nur schöne Erinnerungen. Für mich war es ein unglaublich schönes und auch sehr faires Rennen. Deshalb finde ich es besonders schade, dass es ihn nicht mehr gibt. Vielleicht kommt das Rennen ja eines Tages wieder zurück, das würde mich sehr freuen.


Privat


Deine Karriere hat dich ganz schön herumgebracht — USA, Südafrika, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Italien, Portugal, Finnland, die Schweiz, Deutschland und natürlich auch deine Heimat Österreich. Das klingt nach vielen Rennen, Eindrücken und wahrscheinlich auch nach ordentlich Reiselogistik. Wie intensiv war diese Zeit für dich wirklich? Und wie bist du mit dem ständigen Unterwegssein und den Reisestrapazen umgegangen? Und ganz persönlich: Welche Länder oder Orte sind dir dabei besonders in Erinnerung geblieben?

Am Reisen im Triathlon habe ich immer besonders geliebt, dass ich dadurch so viel von der Welt sehen durfte. Ich konnte Rennen an ganz besonderen Orten machen, oft noch ein paar Tage dranhängen und dabei viele neue Menschen und Länder kennenlernen. Das hat mir immer wahnsinnig viel Freude gemacht.


Ich war beim Reisen eigentlich immer sehr entspannt und habe vieles bewusst flexibel gehalten, damit es für mich möglichst stressfrei bleibt. Genau diese Freiheit habe ich sehr genossen.


Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Südafrika, vor allem Port Elizabeth. Dort hatten wir noch ein bisschen Urlaub gemacht und das war einfach etwas ganz Besonderes. Aber auch Portugal hat mir sehr gut gefallen. Und Amerika mochte ich sowieso immer sehr, mit Hawaii natürlich als absolutem Highlight.


Road to Kona

2014 hat für dich mit dem ersten Ironman-Start ein ganz neues Kapitel begonnen. Der Einstieg in die Langdistanz hätte kaum beeindruckender verlaufen können. In den ersten drei Jahren warst du bei jedem Ironman, bei dem du gestartet bist, in den Top Ten: Mallorca, Austria, Chattanooga, South Africa, Frankfurt. Du warst von Anfang an ganz vorne mit dabei. 2016 kam dann mit Hawaii die wohl größte Bühne im Triathlon dazu. Als einzige Profi-Athletin aus Österreich hast du dich damals für Kona qualifiziert und dir dort mit Platz 28 deinen ganz persönlichen Traum erfüllt. Wenn du heute an diesen Moment zurückdenkst: Wie war das für dich, zum ersten Mal auf Hawaii an der Startlinie zu stehen? Was ist in diesem Augenblick in dir vorgegangen, auf dieser legendären Insel, bei diesem Rennen, von dem so viele träumen? Und wann hast du in diesem Moment wirklich gespürt: Jetzt bin ich tatsächlich hier?

2014 habe ich von meinem Trainer endlich die Erlaubnis bekommen, auch auf der Langdistanz zu starten. Das war für mich ein ganz besonderer Moment, weil ich sofort gespürt habe, dass genau dort meine Stärke liegt. Ich war immer schon eher ein Dieselmotor und bin es eigentlich bis heute geblieben. Ich habe oft gesagt, dass ich nur ein Tempo kenne – und das ist Vollgas. Gerade auf der Mittel- und Langdistanz ist mir das unglaublich entgegengekommen.


2016 war ich dann plötzlich ganz nah dran an der Qualifikation für Hawaii. Ich konnte es selbst kaum glauben. Freunde von mir haben damals schon gesagt, dass sie mitkommen, wenn ich es schaffe. Irgendwann hatten sie sogar schon gebucht, obwohl ich noch gar nicht qualifiziert war. Als sie dann meinten, sie würden notfalls auch ohne mich fliegen, war natürlich auch ein gewisser Druck da. Umso schöner war es, dass es am Ende tatsächlich geklappt hat.


Dass ich einmal in Hawaii an der Startlinie stehen würde, hätte ich mir früher niemals erträumt. Selbst als ich dort war, konnte ich das alles noch gar nicht richtig begreifen. Erst später, wieder zu Hause, wurde mir wirklich bewusst, was das eigentlich bedeutet hat. Es war ein Erlebnis, das mich tief bewegt hat und das ich nie vergessen werde.


Ich war damals mit meiner ganzen Clique dort und allein das hat diese Reise schon so besonders gemacht. Gleichzeitig muss ich ehrlich sagen, dass ich von der Insel selbst viel zu wenig gesehen habe. Ich war so fokussiert auf das Rennen, auf die Vorbereitung und auf alles, was dazugehört. Ich war mental komplett in meinem Tunnel. Die Insel hat für mich trotzdem etwas unglaublich Magisches, und vielleicht war genau das auch einer der Gründe, warum mich diese Erfahrung so berührt hat.



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2017 und 2018 hast du deine starke Entwicklung eindrucksvoll bestätigt. Mit Top-Ergebnissen auf der Langdistanz und konstanten Podiumsplatzierungen auf der Mitteldistanz. Parallel dazu kam es 2018 zum Trainerwechsel hin zu Robert Mücke. Was waren damals die entscheidenden Gründe für diesen Schritt und wie wichtig waren für dich neue Trainingsreize und ein veränderter Blick auf deine sportliche Entwicklung?

2017, 2018 und 2019 waren ohne Frage die prägendsten und erfolgreichsten Jahre meiner Karriere. Nach der langen Zusammenarbeit mit meinem Trainer Lubos habe ich mich ganz bewusst für einen Trainerwechsel entschieden, um neue Impulse im Training zu setzen. Inspiriert hat mich dabei auch Daniela Ryf, die mit einem sehr anspruchsvollen Trainer gearbeitet hat. Ich wollte diesen intensiveren Weg ebenfalls einschlagen, um mich sportlich noch einmal weiterzuentwickeln. So fiel die Wahl letztlich auf Robert.


Rückblickend war dieser Schritt sportlich durchaus erfolgreich. Lubos hat mir eine hervorragende Grundlage vermittelt und durch Robert kam noch einmal eine zusätzliche Härte und Intensität ins Training. Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass ich am Ende im letzten Jahr ins Übertraining geraten bin. Auch gesundheitlich ging es mir nicht mehr gut, weshalb ich für mich die Entscheidung getroffen habe, vorerst komplett mit dem Sport aufzuhören, zumindest so lange, wie mein Körper mir signalisiert, dass etwas nicht stimmt.


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2019 war sportlich ohne Frage eines der erfolgreichsten und prägendsten Jahre deiner Karriere: Du wurdest Österreichs Triathletin des Jahres, hast starke Ergebnisse auf der Mittel- und Langdistanz erzielt, bist österreichische Staatsmeisterin auf der Langdistanz geworden, hast dich für die Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in Nizza sowie für den Ironman Hawaii qualifiziert und dort Platz 37 und 30 erreicht. Wenn man all das zusammenfasst, drängt sich fast ein Motto auf: „Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören.“ War 2019 für dich rückblickend tatsächlich so etwas wie der perfekte sportliche Höhepunkt?

Beim zweiten Start kam neben der sportlichen Erfahrung auch eine gewisse Leichtigkeit hinzu. Hawaii war für mich noch einmal ein ganz besonderes Highlight. Auch die Momente abseits des Rennens sind bis heute unvergessen: Die Feier danach war legendär und erst als am White Sands Beach die Sonne aufging, sind wir nach Hause gegangen. Genau solche Erlebnisse machen diese Zeit und die Erinnerungen daran so besonders.


Gleichzeitig hatte ich damals bereits mit Schmerzen zu kämpfen und wusste innerlich, dass es mein letzter Ironman auf Hawaii sein würde. Für mich stand jedoch fest, dass ich nicht anreisen würde, ohne das Rennen auch zu Ende zu bringen. Also habe ich mich bis ins Ziel durchgekämpft. Mit dem Ergebnis war ich nicht wirklich zufrieden, was mit einem übertrainierten Körper allerdings auch kaum anders zu erwarten war. Trotzdem war es für mich ein sehr stimmiger Abschied und rückblickend ein schöner Abschluss dieses Kapitels.


Es heißt ja oft, man solle aufhören, wenn es am schönsten ist, genau das hat sich in diesem Moment für mich richtig angefühlt. Heute sagen wir mit unseren zwei Kindern, dass wir eines Tages unbedingt noch einmal dorthin zurückwollen. Denn Hawaii ist für mich nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl, das ich mein Leben lang in mir tragen werde.


Der Triathlonsport hat sich ja in den vergangenen Jahren stark verändert. Mit neuen Rennformaten, einer deutlich höheren Renndichte sowie modernen Entwicklungen im Training und in der Ernährung. Verfolgst du diese Veränderungen heute noch aus der Distanz? Und für wie wahrscheinlich hältst du es, dass man dich vielleicht doch irgendwann noch einmal als Age-Group-Athletin bei einem Triathlon an der Startlinie sieht?

Ich habe natürlich gesehen, wie stark sich der Triathlonsport in den vergangenen Jahren verändert hat, vor allem in den Bereichen Ernährung, Material und Trainingssteuerung. Vieles ist heute noch präziser und perfektionierter als früher. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich diese extreme Detailarbeit in meiner aktiven Zeit nicht in diesem Ausmaß leben musste. Ich war immer jemand, der am liebsten einfach aufs Rad gestiegen ist oder laufen gegangen ist. Dieses ständige Optimieren bis ins kleinste Detail war nie ganz meine Welt. Deshalb schätze ich es rückblickend sehr, dass damals noch etwas mehr Freestyle möglich war.


Heute verfolge ich den Sport kaum noch. Viele der aktuellen Athletinnen und Athleten kenne ich ehrlich gesagt gar nicht mehr. Was mich nach wie vor interessiert, ist die Weltmeisterschaft, die schaue ich mir immer noch sehr gerne an.


Eine Rückkehr als Agegrouperin kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Dafür bedeutet mir das Klettern heute zu viel, und ich möchte mich bewusst nicht mehr in diesen leistungsorientierten Modus bringen. Ich kenne mich: Wenn ich mich anmelde, würde ich sofort wieder alles geben wollen und genau das wäre nicht gut für mich. Ich habe erst mit der Zeit gelernt, auf meinen Körper zu hören. Früher wollte ich alles mit Willenskraft erzwingen. Das hat mich weit gebracht, aber auch Kraft gekostet. Heute weiß ich, dass mein Körper am Ende die Grenzen setzt.


Vielen herzlichen Dank, Bianca. Das gesamte Team von Hannes Hawaii Tours wünscht dir und deiner Familie von Herzen alles Liebe und eine wundervolle gemeinsame Zeit. Genieße die besonderen Momente mit deinen Herzensmenschen. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich unsere Wege bald wieder kreuzen, vielleicht ja sogar beim Allgäu Triathlon, diesmal als Zuschauerin.



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